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Ergebnisse des ersten Piloten der Global Textile Scheme-Initiative
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CSR, Nachhaltigkeit, Transparenz und Digitalisierung sind super – wo aber sollen die notwendigen Daten herkommen?

Wenn „Daten das Öl des 21. Jahrhunderts sind“, stellt sich die Frage, warum außerhalb von Bestell- und Rechnungsdaten bisher nicht mehr arbeitsintensive oder strategisch wichtige Daten automatisiert, also ohne hohen manuellen Aufwand generiert und ausgetauscht werden.

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Sie Ihre Kontoauszüge ggf. sogar von mehreren Banken über eine App automatisiert abholen können, Sie aber bei Ihren Lieferanten anrufen oder ihnen mailen müssen, wenn Sie dringend eine Lieferantenerklärung oder ein versprochenes GOTS-Zertifikat benötigen?

Für die Lieferanten selbst sieht es auch nicht besser aus. Die Entwicklung der Bedarfe auf Kundenseite ist für viele von ihnen abseits häufig unstrukturierter Informationsprozesse bei ihren meisten Kunden völlig undurchsichtig, was zu Fehldispositionen und Überproduktionen führt und so unnötige Ressourcen verbrauchen.

Vor diesem Hintergrund haben sich Firmen aus allen Bereichen textiler Wertschöpfungsketten in der Global Textile Scheme-Initiative zusammengeschlossen. Das Ziel dieser Initiative ist es, über Unternehmensgrenzen hinweg die Effizienz beim Austausch von solchen Daten zu verbessern, die entweder besonders arbeitsintensiv sind oder hohen strategischen Wert haben.

Lag der Fokus der Initiative am Anfang sehr auf Effizienz und Einsparung manueller Tätigkeiten, so zeigt sich mehr und mehr, dass das Global Textile Scheme viele Ansätze mitbringt, die für nahezu alle gehypten CSR- und Nachhaltigkeitsthemen wichtig, ja oft sogar eine zwingende Voraussetzung sind, denn die Zeit nach Covid-19 wird preislich wenig Spielräume erlauben, kritische Daten weiterhin manuell zu erzeugen.

Das der Initiative zugrunde liegende Global Textile Scheme besteht aus drei Elementen:

GTS Language – standardisierte textile Sprache

GTS Cat
– die technische Infrastruktur

GTS Data Model – die Datenkategorien, die ausgetauscht werden sollen

Neben der wichtigen Global Textile Scheme Language als kodierter Sammlung harmonisierter Daten und als Grundlage für Mehrsprachigkeit ist der so genannte GTS-Cat als cloudbasierte technische Infrastruktur das zweite Herzstück dieses völlig neuen Ansatzes, besonders arbeitsintensive/teure oder strategisch wichtige Daten auszutauschen.

Das Grundprinzip hinter der Global Textile Scheme Language und aber auch hinter GTS-Cat ist anders als z.B. beim Datenaustausch mit EDIFACT das “Holen“ von Daten, weil die Mitglieder davon überzeugt sind, dass die gesetzten Ziele nur so mit real-time-Funktionalitäten erreicht werden können.

So können Lieferanten in GTS-Cat bei den angeschlossenen Kunden die Entwicklung des Bedarfs an ihren Produkten verfolgen. Das ist möglich, da GTS-Cat dafür eine generische, maschinenlesbare Datenstruktur anbietet, aus der heraus – ausdrücklich auch für angeschlossene Vollgeschäfts-/ Handelswarenlieferanten – die notwendigen Daten vom Lieferanten auf Knopfdruck geholt werden können.

Die Mitglieder der Global Textile Scheme-Initiative haben sich für die ersten drei Jahre die folgenden fünf Bereiche vorgenommen, auf die in den ersten Schritten das GTS Data Model, also das zugrunde liegende Datenmodell, ausgerichtet wurde und konsequenterweise darauf aufbauend die technische Infrastruktur (GTS-Cat):

1. Für Lieferanten: Das maschinenlesbare Verfolgen der Bedarfsentwicklung der eigenen Produkte auf SKU- (Stock Keeping Unit) Ebene bei angeschlossenen Kunden.

2. Für Kunden: das Holen von Produkt Attribute- und Preisdaten – die Initiative arbeitet an “digitalen Produkt-Datenblättern“ für Produktionsmaterialien.

3. Für Kunden: Das Holen von ausgesuchten Dokumenten und Zertifikaten.

4. Für Kunden und Lieferanten: das Holen und damit die automatische Generierung von Daten, die zukünftig von Recycling Dienstleistern für das Recyceln textiler Produkte benötigt werden.

5. Für Kunden und Lieferanten: Unterstützung bei der Erstellung von Produktbeschreibungen, was heute zwar schon Softwaregestützt möglich ist, aber die Generierung der dafür notwendigen Daten ist sehr aufwändig, da es dafür kaum technische Unterstützung gibt.

Die Mitglieder engagieren sich in der Global Textile Scheme-Initiative, weil sie sich die folgenden Vorteile von der Nutzung des GTS-Ansatzes versprechen:

Vorteile allgemein:

- Reduzierung manueller Arbeiten bei Stammdaten

- Holen von Produktionsrelevanten Dokumenten

- Bessere Datenqualität

- Reduzierte Lieferzeiten

- Weniger Überproduktion >>> Nachhaltigkeit

- Leichtere Erfüllung gesetzlicher Auflagen

- Langfristig: mehr Transparenz in den Wertschöpfungsketten


Spezieller Vorteil für Lieferanten:

- Abholen von planungsrelevanten Bedarfsdaten auf Knopfdruck
Der erste große Meilenstein war das Schaffen einer Grundlage, um erste Use Cases ausführen und operativ wie strategisch in Proof of Concept-Piloten verproben zu können.
Dieser erste technische Meilenstein (Halbzeitstand) wurde Mitte März 2021 wie geplant erreicht.

Erste Piloten für Bedarfsdatenaustausch und den Austausch von Produktbeschreibenden Attributen laufen aktuell zwischen:

1. der Peter Büdel GmbH und der Marc Cain GmbH

2. der Roy Robson Fashion GmbH & Co. KG und FSE Franz Schäfer Etiketten GmbH und der Freudenberg Performance Materials Apparel SE & Co. KG

3. und zwischen der Olymp Bezner KG und ZXY International, einem großen Vollgeschäftsdienstleister aus Dhaka für namhafte internationale Brands


Der Pilot zwischen der Peter Büdel GmbH und der Marc Cain GmbH hat die folgenden wertvollen Erkenntnisse gebracht:

1. GTS als methodischer Ansatz funktioniert – diese Erkenntnis ist nicht selbstverständlich, denn sowohl der Ansatz der Global Textile Scheme Language als auch der technischen GTS-Cat Infrastruktur sind beide komplett neu und bargen durchaus das Risiko irgendein „Killer Argument“ übersehen zu haben.

2. Peter Büdel GmbH entwickelt mehrheitlich Produkte, die sehr individuell spezielle Kundenwünsche umsetzen, die aber bei mehreren Marc Cain Produkten eingesetzt werden. Dies bedingt bei kleinen Abnahmemengen naturgemäß die Notwendigkeit, Mindermengenzuschläge berechnen zu müssen. Diese erzeugen beim Kunden ggf. Kosten, Peter Büdel benötigt aber diese Aufschläge, um die entstehenden Entwicklungskosten angemessen abzudecken.

Der Mini Pilot hat gezeigt, dass Peter Büdel, der auf Artikel-Farbe-Größe Ebene die Entwicklung der Bedarfe bei allen Marc Cain Produkten in GTS-Cat sehen kann, durch die dadurch bessere Transparenz für Marc Cain solche Aufschläge teilweise entfallen lassen kann, weil aufgrund dieser Transparenz kleine Mengen von Zutaten, wenn diese bei mehreren Produkten eingesetzt werden, durch Bündelung der nun bekannten Bedarfe in größeren Mengen produziert werden können. Mit diesem unmittelbaren und monetären Effekt hatten die Mitglieder gar nicht gerechnet.

3. Die Lieferzeiten für die betroffenen Materialien von Peter Büdel reduzieren sich, weil die ganze lieferantenseitige Planung erheblich optimierter stattfinden kann, woraus sich für beide Seiten spürbare Vorteile bei den Leadtimes ergeben -bei PLV ebenso wie bei Handelsware.

GTS-Cat wird seit September 2020 als Software as a Service von dem erfahrenen EDIFACT-Dienstleister Pranke GmbH in Karlsruhe entwickelt.

Die enge Zusammenarbeit der Global Textile Scheme-Initiative mit der Pranke GmbH als Spezialisten für Datenaustausch gestaltet sich sehr effektiv, so dass GTS-Cat bereits nach kurzer Entwicklungszeit ein hohes Niveau an operativer Funktionalität erreicht hat.

Die Global Textile Scheme-Initiative verfolgt einen völlig neuen methodischen Ansatz, der schon in diesem frühen Entwicklungsstadium enormes Potential bzgl. Effizienz und CSR/ Nachhaltigkeit zeigt.

Die aktive Mitarbeit in der Initiative mit hohen Lernkurven im Austausch mit Early Movern ist optional und für kleine/ mittlere Unternehmen ebenso interessant wie für große Firmen. Es ist aber ebenso möglich, nur die Potentiale von GTS Language und GTS-Cat zu nutzen und Einsparungen bei manuellen Arbeiten und Entwicklungskosten zu realisieren.

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.globaltextilescheme.org.
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