Führungswechsel beim Verband der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie
Im Rahmen der Mitgliederversammlung in Augsburg hat der Verband der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V. (VTB) Dr. Philipp v. Waldenfels zum neuen Präsidenten gewählt. Der 48-Jährige tritt die Nachfolge von Dr. Christian Heinrich Sandler an, der nach mehr als 20 Jahren an der Spitze des Verbandes nicht erneut kandidierte.
Philipp v. Waldenfels ist seit 2023 Vizepräsident des VTB und Geschäftsführender Gesellschafter der BWF Group. In seiner Antrittsrede dankte er seinem Vorgänger für dessen langjährigen Einsatz für den Verband, seine Mitgliedsunternehmen sowie die gesamte bayerische Textil- und Bekleidungsindustrie. Dr. Christian Heinrich Sandler, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Sandler AG (Schwarzenbach an der Saale), setzte sich über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg mit großem Engagement für die Interessen der Branche in Bayern ein.
Die BWF Group stellt textile Filtermedien, technische Nadelfilze, vielfältige Wollfilze und hochwertige Kunststoffprodukte her. Das Headquarter mit den Unternehmensbereichen BWF Envirotec, BWF Profiles und HEY-SIGN by BWF Group befindet sich in Offingen (Landkreis Günzburg). BWF Protec, der vierte Unternehmensbereich der BWF Group, sitzt im oberfränkischen Hof.
„Klare wirtschaftspolitische Weichenstellungen und mutige Reformen“
Die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen in Bayern ist schwierig. Hohe Kosten, Überregulierung und Bürokratie stellen eine schwere Belastung für die Unternehmen dar. „Der Wirtschaftsstandort Deutschland verliert seit Jahren massiv an Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Was wir jetzt brauchen, sind klare wirtschaftspolitische Weichenstellungen und mutige Reformen, die an den strukturellen Ursachen unserer Wachstumsschwäche ansetzen. Immer neue Schulden oder steigende Steuer- und Abgabenlasten sind keine Lösung. Wir können es uns weder in Deutschland noch in Europa leisten, einfach weiterzumachen wie bisher – wir müssen jetzt handeln“, so von Waldenfels. Zugleich betonte er die Bedeutung von Zuversicht: „Die Unternehmen der bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie stehen mit ihren Produkten hoher Qualität auf einem festen Fundament von unternehmerischer Stärke und Innovationskraft.“
Branche weiter unter Druck
Die wirtschaftliche Lage der bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie bleibt angespannt. In den ersten beiden Monaten 2026 verzeichnete das Textilgewerbe im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum einen Umsatzrückgang von 10,4 % auf 366,8 Mio. Euro. Das Bekleidungsgewerbe musste ein Minus von 2,1 % auf 287,8 Mio. Euro hinnehmen. Bereits im Jahr 2025 zeigte sich nur eine schwache Entwicklung: Im Textilgewerbe wurde gegenüber dem Jahr 2024 ein leichtes Umsatzplus von 0,8 % erzielt, im Bekleidungsgewerbe lag der Zuwachs bei 0,6 %. Damit war die Konjunktur der Branche in Bayern immerhin stabiler als im Bund: deutschlandweit sanken die Umsätze 2025 gegenüber dem Vorjahr um 3,3 % im Textilgewerbe und 1,7 % bei der Bekleidung.
Bild:
Dr. Philipp von Waldenfels (Präsident VTB, links) und Dr. Christian Heinrich Sandler (Vorsitzender des Aufsichtsrats der Sandler AG, rechts, Copyright VTB)
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