Die Konjunkturzahlen des Monats Januar 2026 sind von Rückgängen geprägt; ein Teil des Effekts wird zwar durch die statistische Jahresbereinigung bei der erfassten Anzahl der Unternehmen mit durchschnittlich mehr als 50 Beschäftigten verursacht. Die um diesen Effekt bereinigten Zahlen zeigen dennoch, dass die wichtigsten Werte rückläufig waren.
Die weltpolitische Lage führt unmittelbar zu Pessimismus bei der Lageeinschätzungen und insbesondere bei den Erwartungen der Unternehmen. Die Hoffnung auf eine Erholung ist damit vorerst vom Tisch.
Die Umsätze sinken auch im Januar 2026 weiter. Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat beträgt -11,0 % (Textil -11,7 %, Bekleidung -10,1 %). Ein Teil dieses deutlichen Rückgangs ist jedoch durch die jährliche Bereinigung der Statistik verursacht, also rein technisch bedingt. Die Indizes zeigen aber, dass der Rückgang sich auch auf Basis der niedrigeren Anzahl der Unternehmen fortsetzt: Die Anzahl der Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten in Deutschland sinkt im Vorjahresvergleich um -3,4 % (Textil) bzw. um -5,4 % (Bekleidung).
Die Beschäftigung sinkt ebenfalls: In beiden Teilbranchen zusammen um -4,7 % zum Ende Januar 2026 (Textil -4,8 %, Bekleidung -4,4 %). Auch die Arbeitsstunden gehen zurück, um -6,7 % bzw. -9,2 %. Die Bruttolohn- und Gehaltssummen sinken mit insgesamt -1,7 % im Januar aufgrund von Lohn- und Gehaltssteigerungen nur unterproportional.
Die inländische Produktion1) sinkt wie schon in den Vormonaten: Im Januar bei Textil um -18,6 %, bei Bekleidung um -19,9 %.
Auch die Auftragseingänge sind weiter auf Talfahrt: In den vergangenen drei Monaten mit einem Minus von -7,3 % bei Textil und -5,3 % bei Bekleidung.
Die Erzeugerpreise bleiben vergleichsweise stabil bei knapp +1 % (Textil) bzw. +2 % (Bekleidung).
Der Umsatz im Bekleidungseinzelhandel ist in den vergangenen drei Monaten, wie auch im aktuellen Monat gesunken, und zwar um -1,6 % bzw. um -0,2 %, während der gesamte Einzelhandel um +1,8 % bzw. +2,1 % zulegen konnte.
Der Außenhandel startet ebenfalls mit einem Minus ins neue Jahr 2026. Minus 4,2 % bei Textilprodukten und -8,9 % bei Bekleidung. Auch die Importe sind deutlich gesunken: -13,2 % bei Textil und -12,0 % bei Bekleidung.
ifo-Konjunkturklimaindex März 2026
Das Konjunkturklima der deutschen Industrie insgesamt hat sich im März stark verschlechtert. Gleiches gilt für die Textil- und für die Bekleidungsindustrie. Die Ursache ist der Iran-Krieg mit seinen Auswirkungen auf die Energieversorgung und auf die absehbaren Verwerfungen bei der Rohstoffversorgung und der Logistik. Insbesondere die Erwartungen haben sich merklich abgekühlt, so dass mit einer kurzfristigen Erholung kaum noch gerechnet werden kann.
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