Die Textil- und Bekleidungsindustrie kommt aus der Krise bisher nicht heraus. Sämtliche Konjunkturzahlen, einschließlich Einzel- und Außenhandel sind im Minus, die inländische Produktion wie auch die Beschäftigung sinkt. Der einzige Lichtblick ist zum wiederholten Male die ifo-Konjunktureinschätzung der Unternehmen. Dies beschreibt derzeit aber mehr eine Hoffnung, denn die verbesserten Erwartungen bei eher zurückhaltenden Lageeinschätzungen zeigen auch die Erwartung der Unternehmen in anstehende umfangreiche öffentliche Investitionen im Inland, weniger aus dem Ausland.
Die Umsätze sind im Monat August 2025 im Vergleich zum Vorjahresmonat nochmals gesunken (Textil -6,4 %, Bekleidung -1,7 %). Per August ist der Umsatz bei Textil damit um -2,8 % und bei Bekleidung um -1,1 % gesunken. In der Branche insgesamt beträgt das Umsatzminus -2,1 %. Die Anzahl der Betriebe ist bei Textil Ende August mit -7,1 % deutlich geringer als noch vor zwölf Monaten. Bei Bekleidung bleibt die Anzahl Ende August hingegen konstant.
Auch die Beschäftigung geht zurück. Ähnlich wie bei den Umsätzen bei Textil etwas deutlicher als bei Bekleidung: In den Textilbetrieben waren Ende August -6,3 % weniger Personen beschäftigt als bei Bekleidung, bei Bekleidung waren es -2,6 %.
In beiden Teilbranchen mit etwas sinkender Tendenz, da die Monatsendwerte unter den Durchschnittswerten liegen. Parallel dazu sinken auch die geleisteten Arbeitsstunden. Im Jahresverlauf wurden insgesamt -6,1 % weniger Arbeitsstunden in der gesamten Branche erbracht. Die Bruttolohn- und Gehaltssummen gehen mit insgesamt -0,5 % per August unterproportional zurück, da hier auch Lohn- und Gehaltssteigerungen wirken.
Die inländische Produktion1) sinkt im laufenden Jahr 2025 bei Textil wie auch bei Bekleidung besonders stark, auch im aktuellen Monat August ist das Minus im Vorjahresvergleich zweistellig. Per August wurde -5,4 % weniger Textil in Deutschland produziert, bei Bekleidung war es -5,7 % weniger.
Die Auftragseingänge und Auftragsbestände schwanken im Zeitlauf, vor allem bei Bekleidung ist die Volatilität hoch. Die Auftragseingänge sind allerdings im gesamten Jahr 2025 bisher gesunken, im August besonders kräftig. Von einer Bodenbildung, wie sie für die Industrie insgesamt erwartet wird, ist weder bei Textil noch bei Bekleidung etwas zu spüren.
Die Erzeugerpreise haben sich stabilisiert, bei Textil mit einer Steigerungsrate von gut +1 %, bei Bekleidung liegt der Wert mit um +3 % etwas höher.
Der Umsatz im Bekleidungseinzelhandel entwickelt sich im laufenden Jahr 2025 nur unterdurchschnittlich. Während der gesamte Einzelhandel seine Umsätze bis August um +3,5 % steigern konnte, beträgt das Plus beim Bekleidungseinzelhandel lediglich +0,4 %.
Der Außenhandel ist im laufenden Jahr 2025 ebenfalls keine Stütze. Per August wurden -0,7 % weniger Textilprodukte und -3,1 % weniger Bekleidung exportiert als noch im Vorjahreszeitraum. Die Importe hingegen sind deutlich angestiegen, und zwar um +12,2 %, sowohl bei Textil als auch bei Bekleidung. Die Rohstoffeinfuhren sinken per August um -14,4 %.
ifo-Konjunkturklimaindex Oktober 2025
Das deutsche Konjunkturklima hat sich laut ifo im verarbeitenden Gewerbe jüngst verbessert; insbesondere die kurzfristigen Erwartungen der Unternehmen waren zuletzt optimistischer. In der Bekleidungsindustrie ist die Situation ähnlich: Auch hier verbesserten sich die Erwartungen deutlich, während die tatsächliche aktuelle Lage sich, wie auch in der Industrie insgesamt, kaum verbessert hat. In der Textilindustrie hingegen haben sich die Lageeinschätzungen besonders positiv entwickelt. Auch bei den technischen Textilien waren die Unternehmen bei den Erwartungen nicht ganz so positiv gestimmt. Insgesamt kommt der verbesserte Index eher aus einer Stimmung der Hoffnung heraus.
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