ftt - Newsletter
Veranstaltungen
PERFORMANCE DAYS functional fabric ...
20.03.2024 - 21.03.2024
Meldung lesen
Techtextil 2024
23.04.2024 - 26.04.2024
Meldung lesen
Texprocess 2024
23.04.2024 - 26.04.2024
Meldung lesen
63. Dornbirn GFC Global Fibre Congr ...
11.09.2024 - 13.09.2024
Meldung lesen
Weitere Veranstaltungen >
1
2
3
Hochleistungsisolierung für Bekleidung und Arbeitsschutz
Zur Auswahl zurückkehren News  Drucken 
Weltneuheit: Hochkonzentrierte Aerogel-Meterware ist weich, leicht zu verarbeiten und nur 1-3 mm dünn

Mit einem Luftanteil von bis zu 99,8 Prozent ist Aerogel der leichteste Feststoff der Welt. Doch das ist nicht alles: Das aufgrund seiner optischen und physikalischen Eigenschaften auch als „gefrorener Rauch“ bezeichnete Material hat eine außerordentlich geringe Wärmeleitfähigkeit, die andere Isolierungen um ein Vielfaches übertrifft. Die NASA nutzt Aerogel daher bereits seit vielen Jahren für Raumfahrt-Projekte. Dennoch ist es in der rund 90-jährigen Geschichte des Werkstoffes nicht gelungen, ihn in hoher Konzentration an Textilien zu binden und eine unkomplizierte Weiterverarbeitung zu ermöglichen – bis jetzt. Die Outlast Technologies GmbH hat ein neuartiges Verfahren entwickelt, mit dem sich große Mengen Aerogel dauerhaft an unterschiedliche Träger wie Vliesstoffe, Filze und Verbundmaterialien heften lassen. Deren ursprüngliche Eigenschaften bleiben dabei erhalten, sodass sie sich in herkömmlichen Fertigungsprozessen problemlos weiterverarbeiten lassen. Das Besondere daran: Die unter dem Namen Aersulate vertriebenen Textilien sind nur 1 bis 3 mm dick und erreichen sehr hohe Isolationswerte, die selbst unter Druck und Feuchtigkeit weitestgehend erhalten bleiben. Trotz ihrer hohen Leistungsfähigkeit sind sie weich und bieten sich für Schuhe, Bekleidung und Arbeitsschutzprodukte an, aber auch für Schlafsäcke oder technische Anwendungen. Das von Outlast entwickelte Verfahren ist bereits zum Patent angemeldet.

„Aufgrund der außerordentlichen physikalischen Eigenschaften nutzt die NASA Aerogel bereits seit vielen Jahren“, weiß Volker Schuster, Leiter Forschung und Entwicklung bei Outlast Technologies, „zum Beispiel zur Isolierung bei ihren Mars-Rovern oder zum Einfangen von Staub aus dem Schweif eines Kometen bei der Stardust-Mission.“ Seit der Entwicklung von Aerogel durch den US-amerikanischen Wissenschaftler und Chemieingenieur Samuel Stephens Kistler im Jahr 1931 war es trotz intensiver Forschung allerdings niemandem gelungen, den vielseitigen Werkstoff in größeren Mengen auf Textilien aufzubringen, ohne deren ursprüngliche Eigenschaften zu verändern. Damit waren die Produkte nicht nur häufig sehr starr, sondern machten durch ihren großen Staubabrieb auch eine Verarbeitung in herkömmlichen Produktionsprozessen unmöglich. Mit der neuentwickelten Aersulate-Technologie, die im Juni 2022 erstmals vorgestellt wurde, schreibt der in Heidenheim ansässige Spezialist für textile Thermoregulierung dagegen nun Isolierungs-Geschichte.

High-Performance-Isolierung mit nur 1-3 mm Dicke
„Die Konsistenz von Aerogel lässt sich am besten als flüssige Staubkörner beschreiben, die sich aufgrund ihrer geringen Dichte innerhalb von Sekunden unkontrollierbar im Raum verteilen“, erklärt Schuster. „Daher ist die Verarbeitung eine große Herausforderung.“ Ungeachtet dieser Schwierigkeiten ist es Outlast Technologies nach einer rund fünfjährigen Entwicklungszeit gelungen, ein neuartiges Verfahren zur Marktreife zu bringen, bei dem Aerogel zwischen mehreren Stofflagen eingeklebt wird. Je nach Anwendungsbereich können Vliesstoffe, Filze oder unterschiedliche Verbundmaterialien als Träger genutzt werden. Das Besondere ist dabei, dass die Eigenschaften der jeweiligen Textilien durch die Aersulate-Technologie nicht beeinträchtigt werden, sodass sie sich – trotz ihrer zugewonnenen thermischen Eigenschaften – problemlos in herkömmlichen Prozessen und unter industriellen Bedingungen weiterverarbeiten lassen.

Als Feststoff auf Silicatbasis wird Aerogel aus natürlichem Quarzsand gewonnen, verfügt jedoch über eine 1.000 Mal geringere Dichte als aus demselben Rohstoff hergestellte Gläser. Die außerordentliche Isolierungsleistung verdankt das Material seiner extrem porigen Struktur, die einen Luftanteil von bis zu 99,8 Prozent ermöglicht. „Ein Liter Aerogel wiegt gerade einmal 50 g“, erläutert Schuster. „Schon 10 g davon verfügen allerdings über die Oberfläche eines Fußballfeldes.“ Dank dieser Eigenschaften übertreffen die Aersulate-Textilien sämtliche bisher bekannte Isolierungsmaterialien in ihrer Performance – und das bei einer deutlich geringeren Dicke von nur 1 bis 3 mm. So haben Tests der Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) mithilfe des Alambeta-Verfahrens ergeben, dass sich der Wärmedurchgangswiderstand eines Aersulate-Vlieses im Vergleich zu einem herkömmlichen Vlies mit identischer Dicke mehr als verdoppelt. Hinzu kommt, dass die Isolierungsleistung von Aersulate-Produkten trotz Druck und Nässe hoch bleibt, während sie bei anderen gebräuchlichen Stoffen wie Filzen oder Polyurethan-Schäumen (PU) unter diesen Bedingungen massiv abnimmt.

Arbeitsschutz und Funktionskleidung mit Aersulate
Dank des textilen Trägers eignen sich die dünnen Aersulate-Produkte besonders für die Schuh- und Bekleidungsindustrie sowie sämtliche Bereiche des Arbeitsschutzes. Je nach Einsatzzweck kommen dem Anwender die unterschiedlichen Eigenschaften zugute: „Mit einem Handschuh aus nur 1 mm dickem Aersulate kann man zum Beispiel problemlos in kochendes Wasser greifen, ohne sich zu verbrühen“, erklärt Schuster. „Hier spielen uns die extrem hydrophoben Eigenschaften wortwörtlich in die Hände.“ Bei dem Kniebesatz von Arbeits- sowie Funktionshosen oder bei Schuhen bzw. -sohlen werden dagegen auch die Materialeigenschaften bei Kompression relevant. Denn die Isolierungsleistung anderer Stoffe würde einerseits durch die Feuchtigkeit – von außen sowie als Schweiß von innen – und andererseits durch die permanente Einwirkung des Körpergewichts nach und nach abnehmen.

Abgesehen vom eigenen Körper lassen sich mit Aersulate auch Gepäck oder technische Geräte vor extremen Temperaturen sowie Witterungseinflüssen schützen. Zu diesem Zweck können bspw. entsprechende Handy- oder Equipmenttaschen in Kleidungsstücke eingenäht werden, um die Akkulaufzeit auch bei sehr kalten Außentemperaturen zu erhalten oder die Geräte bei starker Wärmeeinwirkung vor Überhitzen zu bewahren. „Mit der breiten Palette an möglichen textilen Trägermaterialien eignet sich Aersulate für alle Anwendungen, die einerseits eine hohe Isolierungsleistung erfordern, bei denen andererseits aber nur wenig Platz vorhanden und mit Kompression sowie Feuchtigkeit zu rechnen ist“, resümiert Schuster.

Weitere Informationen unter https://www.outlast.com/


Bild 1: Aufgrund seiner optischen und physikalischen Eigenschaften wird Aerogel auch als „gefrorener Rauch“ bezeichnet. Quelle: LuYago/Shutterstock.com

Bild 2: Aersulate-Textilien übertreffen sämtliche bisher bekannte Isolierungsmaterialien in ihrer Performance – und das bei einer deutlich geringeren Dicke von nur 1 bis 3 mm. Quelle: Stade Films

Bild 3: Eine Schicht von nur 1 mm dickem Aersulate schützt die Haut problemlos vor Verbrühungen durch kochendes Wasser. Quelle: Stade Films



Meistgelesene News
Die Puncher Convention N°3 versammelt die Community erstmals in Köln Meldung lesen
BASF und Inditex erzielen Durchbruch im Textil-zu-Textil-Recycling Meldung lesen
Kleine Helfer erleichtern das Sticken Meldung lesen
63nd Dornbirn GFC Global Fiber Congress 11 – 13 September 2024 Meldung lesen
Universität trifft Museum: Wer weiß, was Occhi ist? Meldung lesen
100 Prozent vegan: Prüfsiegel für atmungsaktives Kunstleder AQUAIR Meldung lesen
Textile Bodenbeläge: Flammgeschützt und trotzdem rezyklierbar Meldung lesen
Kultur- und Kreativpilot*innen Deutschland 2023/2024 Meldung lesen
Heimtextil setzt Maßstäbe für nachhaltige und KI-getriebene Textilindustrie Meldung lesen
KI + 3D/2D: Style3D|ASSYST zeigt durchgängigen Fashionprozess auf MFS 2024 Meldung lesen
Mitten in der Rezession Meldung lesen
PSI: Mehr Innovation, Qualität und Zusammenhalt Meldung lesen
Jahrzehntelange Partnerschaft zwischen Archroma und SANITIZED Meldung lesen
Das HSBI-Transferprojekt InCamS@BI und die fast52 GmbH aus Bielefeld Meldung lesen
Wie Digitalisierung Wachstum treibt Meldung lesen
TÜV SÜD prüft Textilien und Schuhe auf Schadstoffe Meldung lesen
Aka-Tex mit neuem Seminarprogramm bis April 2024 Meldung lesen
Heimtextil und Studio Urquiola kündigen Zusammenarbeit an Meldung lesen
OTTO stellt auf 100 % Versandtaschen aus wildem Plastik um Meldung lesen
Weitere News >


Inhalte


News
Newsletter
Veranstaltungen

Rechtliche Informationen


Impressum
Datenschutz
AGB

Kontakt & Service


Mediadaten
Kontakt
F.A.Q.
Copyright © 2008 - 2024 ftt-online.net