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Auf dem Weg aus der Krise
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Die wichtigen Konjunkturindikatoren entwickeln sich weiter positiv. Im Vorjahresvergleich zeigen sich bei Umsätzen und Auftragslage zweistellige Zuwächse. So sind auch die Erwartungen und Lageeinschätzungen der Unternehmen im Gegensatz zur Industrie insgesamt eher positiv, besonders bei Bekleidung. Bis zum Vorkrisenniveau ist es aber noch ein weiter Weg, das zeigen auch die Zahlen des Bekleidungseinzelhandels. Auch der Außenhandel ist wieder auf dem Wachstumspfad. Die Beschäftigung erholt sich hingegen nur zögerlich.

Die Umsätze liegen im Vergleich zum von der Krise geprägten Vorjahr auch im aktuellen Monat Juni deutlich über den Werten des Juni 2020: Insgesamt +15,0 %, davon Textil +16,5 %, Bekleidung +11,5 %. Insgesamt liegt das erste Halbjahr damit +5,0 % über 2020, wobei Textil jetzt um +9,5 % über dem Vorjahreszeitraum liegt. Bei Bekleidung sind immer noch -3,8 % weniger als per Juni 2020 zu verzeichnen, allerdings mit steigender Tendenz. Sollten auch die kommenden Monate weiterhin positiv verlaufen, ist auch bei Bekleidung von einer Umsatzsteigerung im Vergleich zu 2020 auszugehen. Aufgrund der geringen Umsätze zum Jahresstart ist in diesem Jahr mit dem Erreichen der Umsatzgrößen der Vorkrisenjahre noch nicht zu rechnen.

Die Beschäftigung als nachlaufender Indikator steigt dem gegenüber nur sehr langsam. Bei Textil waren Ende Juni -2,9 % weniger Personen beschäftigt, bei Bekleidung -6,3 %.

Auch die inländische Produktion erholt sich zusehends von der Krise, allerdings ist dies so deutlich nur bei Textil sichtbar. Bei Bekleidung ist der Produktionsindex ohnehin sehr volatil, im ersten Halbjahr aber mit -6,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum klar rückläufig. Bei Textil hingegen liegt der Index im selben Zeitraum um +10,2 % über 2020.

Die Auftragseingänge und Auftragsbestände hingegen deuten in beiden Segmenten klar auf eine rasch voranschreitende Erholung hin. Die Werte liegen auch im Juni zweistellig über dem Vorjahr.

Die Erzeugerpreise blieben in der Vergangenheit stets nahezu unverändert. Insbesondere bei Textil steigt der Index nun aber spürbar: im Juni um +2,0 %, im ersten Halbjahr um +1,4 %. Wesentlicher Faktor hierfür dürften die gestiegenen Rohstoffpreise sein. Bei Bekleidung bleibt es bei leichten Steigerungen von +0,3 %.

Der Umsatz im Bekleidungseinzelhandel steigt zwar im Juni deutlich, liegt aber im ersten Halbjahr noch immer mit -28,1 % sehr klar unter dem Vorjahr. Der gesamte Einzelhandel hingegen konnte mit +3,3 % zulegen.

Der Außenhandel entwickelt sich wie in den Vormonaten weiter positiv. Die Exporte steigen sowohl für Textil (+6,5 %) als auch für Bekleidung (+6,6 %) per Juni. Insgesamt beträgt das Exportplus +6,6 %. Das Sinken der Textilimporte per Juni um -34,5 % ist durch den Sondereffekt der durch Schutzmasken und -ausrüstung verursachten Importe begründet, der zu extremen Steigerungsraten im Vorjahr geführt hat. Die Bekleidungsimporte steigen ebenfalls, und zwar um +6,9 % per Juni.

Der Einfuhrüberschuss sinkt per Juni um -35,8 %.

Die Rohstoffeinfuhren steigen im Vergleich zum Vorjahr per Juni +11,7 %.

Ifo-Konjunkturklimaindex August 2021
Die Umfragewerte für das gesamte verarbeitende Gewerbe geben im Monat August nach, insbesondere weil die Erwartungen der Unternehmen wieder pessimistischer werden. Für die Unternehmen der Textil- und Bekleidungsindustrie gilt das aktuell jedoch nicht, im Gegenteil: Während das Konjunkturklima für Textil weitgehend unverändert eingeschätzt wird, steigen Erwartungen und Lagebeurteilungen bei Bekleidung deutlich an, allerdings war die Ausgangslage bei Bekleidung in den vergangenen Monaten besonders niedrig.
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