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Schwache Sommerkonjunktur
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Wie befürchtet, hat sich die Konjunkturschwäche auch im Monat August fortgesetzt, insbesondere bei Textil, aber auch bei Bekleidung verschlechtern sich die Zahlen. Die wichtigsten Kennzahlen wie Umsatz und Beschäftigung haben in beiden Teilsegmenten ins Minus gedreht, der Einzelhandel kann von der allgemein guten Konsumstimmung nicht profitieren und der Ifo-Index lässt zurzeit nicht auf eine Trendwende hoffen. Das Bekleidungssegment konnte den Schwung der ersten Monate des Jahres nicht fortsetzen, lediglich die Exporte steigen derzeit. Die Konjunktureinschätzungen der Bekleidungsunternehmen sind nach wie vor etwas besser als die der Textilbranche.

Auch im aktuellen Monat August sind die Umsätze nochmals deutlich rückläufig. Allein dieser Monat verzeichnet bei Textil -5,8 % und bei Bekleidung -5,2 % weniger Umsatz als im Vorjahresmonat. Nach acht Monaten liegt Textil damit nun bei -3,6 % gegenüber Vorjahr, und auch der kumulierte Umsatz bei Bekleidung ist nun mit -0,7 % negativ. Die Branche insgesamt liegt per August bei -2,5 %.

Auch die Situation bei der Beschäftigung verschlechtert sich zusehends: Die Zahlen Ende August lauten: -4,2 % bei Textil und -0,3 % bei Bekleidung. Dass die Beschäftigungslage zusehends eintrübt, zeigt sich daran, dass die Durchschnittswerte Januar bis August in beiden Segmenten besser sind. Die Branche insgesamt verzeichnet -2,9 % weniger Beschäftigte zum Ende des Monats August, durchschnittlich waren es im laufenden Jahr -1,4 %.

Auch die inländische Produktion1) sinkt tendenziell bei Textil und bei Bekleidung. Auch wenn dieser Wert sehr volatil ist, passt er in das insgesamt rückläufige Gesamtbild. Der im Vormonat gezeigte statistische Ausreißer wurde im Rahmen der monatlichen Revision rückwirkend korrigiert. Die Auftragslage ist für beide Teilsegmente auch am aktuellen Rand rückläufig, insbesondere ist dies bei den Auftragseingängen ablesbar, die durchweg negative Vorzeichen aufweisen.

Die Erzeugerpreise steigen unverändert leicht an, insbesondere Textil kann derzeit kaum höhere Preise durchsetzen, der Anstieg beträgt im Jahresdurchschnitt per August nur +0,9 %. Nur wenig besser ist es mit +1,2 % bei Bekleidung, allerdings verbunden mit einer leicht steigenden Tendenz.

Der Umsatz im Bekleidungseinzelhandel hat sich in den zurückliegenden Monaten zwar leicht erholt, bleibt aber auch weiter hinter der allgemein guten Konsumstimmung und der damit verbundenen positiven Entwicklung des gesamten Einzelhandels zurück: Während dieser im laufenden Jahr stetig zulegt und per August bei +3,7 % Umsatz gegenüber Vorjahr liegt, kann der Bekleidungseinzelhandel trotz einer August-Steigerung um +1,4 % im laufenden Jahr seine Umsätze nicht erhöhen und liegt für die ersten acht Monate noch bei einem leichten Minus von -0,3 %.

Auch beim Außenhandel2) entwickelt sich Textil schlechter als Bekleidung: Sowohl bei Exporten als auch bei Importen sind die Zahlen rückläufig: -3,2 % bzw. -2,3 % per August. Bekleidung hingegen legt per August mit +3,5 % bei den Exporten zu. Die Importe bleiben bei Bekleidung per August unverändert. Der Einfuhrüberschuss sinkt damit per August um -4,5 %.

Die Rohstoffeinfuhren sinken in den ersten acht Monaten des Jahres um -4,2 %.

ifo-Konjunkturklimaindex Oktober 2019
Das Klima des gesamten verarbeitenden Gewerbes legt nach der stetig negativen Entwicklung der vergangenen Monate eine Pause ein und erholt sich etwas. Bekleidung konnte sich in diesem pessimistischen Umfeld über die vergangenen Monate hinweg vergleichsweise gut behaupten, während es bei Textil nach etlichen Monaten mit teils sehr deutlichen Rückgängen der Konjunktureinschätzungen im aktuellen Monat Oktober zu einer positiven Korrektur kommt. Insgesamt aber ist die Stimmung bei Textil so schlecht wie seit Jahren nicht mehr.
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