Die wichtigsten Konjunkturkennziffern bleiben auch im aktuellen Monat Juni unbefriedigend. Dennoch zeigen sich einige positive Vorzeichen, wie beispielsweise bei Umsätzen und Auftragslage. Auch die Exporte ziehen im aktuellen Monat an, insbesondere bei Textilprodukten. Anlass für vorsichtigen Optimismus geben die aktuellen Einschätzungen der Unternehmen, die nun schon zum dritten Mal bei etlichen Kennziffern positiv ausgefallen sind. Ob der positive Trend jedoch nachhaltig ist, muss noch abgewartet werden.
Die Umsätze des aktuellen Monats Juni sind im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen: bei Textil um +3,1 %, bei Bekleidung um +2,3 %. Die Umsätze des ersten Halbjahres 2026 bleiben dennoch unter denen des Vorjahres, und zwar um -6,7 % bei den Textilunternehmen und um -8,0 % bei den Unternehmen der Bekleidungsindustrie. Die Anzahl der Betriebe ist bei Textil zuletzt gesunken: Ende Juni waren es 305, im Jahresdurchschnitt bisher noch 308. Die Zahl der Bekleidungsunternehmen betrug Ende Juni, wie auch im Jahresdurchschnitt, 88.
Die Beschäftigung ist in der Gesamtbranche zum Halbjahresende um -4,8 % gesunken (Textil -4,5 %, Bekleidung -5,4 %). Die Arbeitsstunden sinken in beiden Teilbranchen etwas unterproportional im Vergleich zu den Umsätzen, insgesamt um -4,3 %. Durch die höheren Umsätze sind sie jedoch auch im Monat Juni etwas gestiegen. Die Bruttolohn- und Gehaltssummen sinken ebenfalls leicht unterproportional, bedingt durch Lohn-und Gehaltssteigerungen: per Juni um -2,6 % bei Textil und -1,5 % bei Bekleidung.
Die inländische Produktion1) ist im Juni nach den deutlichen Einbrüchen im Monat Mai bei Textil um +5,5 % gestiegen und bei Bekleidung um -1,2 % gesunken. Im ersten Halbjahr ist der Produktionsrückgang jedoch deut¬lich: -7,2 % bei Textil und -9,5 % bei Bekleidung.
Die Auftragseingänge schwanken im Zeitverlauf teils sehr stark, so auch im Monat Juni. Insgesamt scheinen die Auftragseingänge bei Textil deutlich zuzunehmen, bei Bekleidung lässt sich kein eindeutiger Trend ausmachen. Der Auftragsbestand nimmt in beiden Teilbranchen zu.
Die Erzeugerpreise steigen im ersten Halbjahr für Textilprodukte um +1,4 %, für Bekleidungsprodukte um +2,4 %.
Der Umsatz im Bekleidungseinzelhandel entwickelte sich bisher im Jahresverlauf uneinheitlich und weist per Ende Juni ein minimales Plus von +0,2 % aus. Der gesamte Einzelhandel legte im gleichen Zeitraum um +2,2 % zu.
Im Außenhandel legen die Exporte im Monat Juni kräftig zu. Die Textilexporte des ersten Halbjahres sind damit um +0,3 % höher als im Vorjahreszeitraum, Bekleidung wurde im selben Zeitraum um -2,9 % weniger exportiert. Die Importe sanken per Juni, so dass ein Einfuhrüberschuss von +16,5 % aufgelaufen ist.
ifo-Konjunkturklimaindex August 2026
Das Konjunkturklima der deutschen Industrie steigt seit drei Monaten stetig an. Sowohl Erwartungen als auch Lageeinschätzungen verbesserten sich zusehends. Auch die Unternehmen der Textilindustrie waren zuletzt optimistischer, insbesondere was die kurzfristigen Erwartungen angeht. Die Entwicklung in der Bekleidungsin¬dustrie ist insgesamt volatiler, aber ein positiver Trend lässt sich auch hier ausmachen. Die Auftragslage bleibt jedoch schwach und lässt noch immer zu wünschen übrig.
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