Seit 65 Jahren steht die Dornbirn GFC für Innovation und zählt zu den weltweit führenden Fachkongressen der Faserbranche. Vom 16. bis 18. September 2026 trifft sich die internationale Faser-Community in Dornbirn (AUT)), um aktuelle Trends, technologische Entwicklungen und zukunftsweisende Lösungen zu diskutieren. Mehr als 600 Expert_innen aus Industrie und Wissenschaft aus über 30 Ländern werden erwartet.
Mit rund 100 Fachvorträgen renommierter Referent_innen, einem 2,5-tägigen Kongressprogramm, drei parallelen Vortragssälen mit moderierten Sitzungen bietet die Dornbirn GFC eine erstklassige Plattform für Wissensaustausch, Vernetzung und internationale Zusammenarbeit. Gemeinsam werden Impulse gesetzt, die die Zukunft des globalen Fasersektors nachhaltig prägen.
Anlässlich des 65-jährigen Jubiläums erweitert der Dornbirn GFC sein bewährtes Kongressprogramm um zusätzliche Vortragsreihen zu folgenden Themen:
• Naturfasern: Innovative Materialien zwischen Nachhaltigkeit und Höchstleistung
• ReHubs: Arbeitsbekleidung
• RWTH AAchen trifft Industrie
Branchenübergreifende Innovationen – „Faser & Textil trifft Zellstoff & Papier”
Die Vortragsreihe bringt Expert_innen aus beiden Industrien zusammen und zeigt, wie Wissen, Technologien und innovative Ansätze branchenübergreifend genutzt werden können. Im Fokus stehen neue Materialien, nachhaltige Produktionsprozesse und gemeinsame Lösungen für die Zukunft der Faserindustrie.
Vorträge halten Firmen wie ANDRITZ AG (AUT), CETI (POR),Gessner GmbH (GER) sowie die Saubermacher Dienstleistungs AG (AUT). Aus dem wissenschaftlichen Bereich nehmen die TU Dresden (GER), die RWTH Aachen (GER) und die Technische Universität Graz (AUT) an diesen Vortragssessions teil.
Michael Waupotitsch von ANDRITZ AG unterstützt den Dornbirn GFC mit dem Vortrag: „Nutzung von Baumwollfasern aus Textilabfällen für Verpackungspapiere“. Dabei erhalten die Besucher Informationen über die Potenziale von recycelten Baumwollfasern in Verpackungspapieren, die notwendigen Aufbereitungsschritte sowie innovative Ansätze zur Schließung von Materialkreisläufen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
CETI informiert mit 2 Beiträgen: „Von Textilabfällen zu dünnen nachhaltigen Papieren: Erschließung der Kreislauffähigkeit cellulosischer Fasern durch mechanische Aufbereitung“. Der zweite Beitrag beschäftigt sich mit der Entwicklung nachhaltiger cellulosischer Chemiefasern aus portugiesischem Eukalyptus-Zellstoff. Das be@t-Projekt kombiniert innovative Technologien wie ionische Flüssigkeiten, Lyocell-Recycling und ligninbasierte Funktionalisierung, um gemeinsam mit 58 Partnern skalierbare Lösungen für eine zirkuläre und klimaresiliente Faserproduktion zu entwickeln.
Naturfasern: Innovative Materialien zwischen Nachhaltigkeit und Höchstleistung
Im Fokus dieses Vortragssessions steht die Entwicklung multifunktionaler Materialien durch die Kombination natürlicher, biobasierter und synthetischer Fasern. Präsentiert werden aktuelle Innovationen, die neue Maßstäbe bei Leistungsfähigkeit, Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit setzen - von wollbasierten Verbundwerkstoffen über biobasierte Polymere bis hin zu Hochleistungskunststoffen. Die Vortragsreihe gibt Einblicke in die Themen: innovative biobasierte und leistungsstarke Polymere, funktionalisierte Naturfasern sowie Fortschritte bei synthetischen Fasern wie Polyester, Polyamid, Aramid und Spezialfasern.
Elke Hortmeyer, BREMEN COTTON EXCHANGE (GER) moderiert diesen Vortagsblock und nimmt als „Key Note Speaker“ am Eröffnungsvormittag des Dornbirn GFC mit dem Vortrag: “Die Kraft der Methodik: Wie der Green Deal und PEF die Zukunft der Textilindustrie gestalten“ teil.
Die Vortragsreihe zeigt aktuelle Innovationen und Entwicklungen rund um Naturfasern und nachhaltige Materialien:
• „Rückverfolgbarkeit innerhalb der Lieferkette pflanzlicher Fasern: Eine Betrachtung der Herausforderungen und Chancen“
Wilhelm G. Clasen GmbH & Co. KG (GER)
• „Vliesstoffe aus Naturfasern: Anwendungen, Herausforderungen und Lösungen – Der Weg von der Nachhaltigkeit zur Leistungsfähigkeit“
Polyvlies Group (GER)Germany
• „Rohstoffe, Qualitäten und Verarbeitungspotenziale von Naturfasern in Alltagsprodukten“
RWTH Aachen (GER)
• Rückverfolgbarkeit von Fasern: Ein Instrument für Nachhaltigkeit oder Ungerechtigkeit?“
Discover Natural Fibres Initiative (USA)
ReHubs: Industriepartner im Dialog über die Zukunft der Textil Kreislaufwirtschaft
Der Schwung für die Kreislaufwirtschaft im Textilsektor war in Europa noch nie so groß. Was jedoch fehlt, ist ein System, das sie wirtschaftlich tragfähig macht. Solange wir die Angebots-Nachfrage-Blockade nicht überwinden, wird die Kreislaufwirtschaft auf Pilotprojekte beschränkt bleiben, anstatt sich im industriellen Maßstab zu etablieren.“ so Robert van de Kerkhof, Interim CEO & Vorsitzender des Vorstands, ReHubs. ReHubs ist eine europäische Industrieallianz, die den Übergang zu einem zirkulären Textilökosystem vorantreibt.
Als gemeinnützige Organisation vereint sie Akteure der gesamten textilen Wertschöpfungskette – von Sammlung und Recycling bis hin zu Faserherstellern, Marken, Technologieanbietern, Investoren und Politik. Angesichts wachsender Textilabfälle und neuer regulatorischer Anforderungen schafft ReHubs die Voraussetzungen für Textil-zu-Textil-Recycling im industriellen Maßstab. Im Fokus stehen die Koordination von Wertschöpfungsketten, die Mobilisierung von Investitionen und die Harmonisierung von Standards, um Angebot und Nachfrage zusammenzubringen und recycelte Fasern wettbewerbs-fähig zu machen.
Der Dornbirn GFC bietet die ideale Plattform für den Austausch über die Zukunft der zirkulären Textilwirtschaft. Führende Akteure aus Industrie, Forschung und Technologie diskutieren gemeinsam, wie sich Textil-zu-Textil-Recycling im industriellen Maßstab wirtschaftlich umsetzen lässt. In der ReHubs-Session präsentieren die Mitglieder aktuelle Entwicklungen im mechanischen und chemischen Textilrecycling, neue Geschäftsmodelle sowie die Voraussetzungen für den Aufbau wettbewerbsfähiger zirkulärer Wertschöpfungsketten in Europa.
ReHubs: Arbeitsbekleidung
ReHubs Workwear ist eines der überzeugendsten Beispiele dafür, wie sich Kreislaufwirtschaft von einer Vision zur industriellen Realität entwickelt: „Die Natur hat schon immer in Kreisläufen funktioniert. Unsere Aufgabe ist es, dieses Prinzip auf die Industrie zu übertragen. Arbeitsbekleidung bietet eine der besten Möglichkeiten zu zeigen, dass Textil-zu-Textil-Recycling kein Zukunftskonzept mehr ist - es wird zur industriellen Realität.“ betont Béatrice Moureaux, Geschäftsführerin des Austrian Fibers Institutes.
Warum ReHubs und Workwear? Arbeitsbekleidung zählt zu den vielversprechendsten Anwendungsfeldern für hochwertiges Textil-zu-Textil-Recycling. Im Gegensatz zu vielen Konsumtextilien fallen hier große, planbare und vergleichsweise homogene Materialströme an. Faserzusammensetzungen und Materialspezifikationen sind bekannt und standardisiert, wodurch sich die Kleidungsstücke effizient sortieren und recyceln lassen.
Arbeitsbekleidung wird überwiegend in geschlossenen B2B-Systemen verwaltet, wodurch transparente Materialkreisläufe mit regelmäßigen Austauschzyklen entstehen – ideale Voraussetzungen für industrielles Recycling. Gleichzeitig steigt der Druck auf Unternehmen, Nachhaltigkeitsziele zu erfüllen und den Einsatz recycelter Fasern zu erhöhen. Die ReHubs-Session „Workwear“ zeigt anhand konkreter Praxisbeispiele, wie geschlossene textile Kreisläufe bereits heute funktionieren – von Sammlung und Sortierung über Recycling bis zur Herstellung neuer Arbeitsbekleidung.
Der Vortagsblock setzt sich unter anderem aus diesen Inhalten zusammen: „Von professionellen Textilabfällen zur spinnfähigen Faser. Die entscheidenden Kennzahlen für die Skalierung des mechanischen Textil-zu-Textil-Recyclings“. Der Vortrag der Firmen Norsk Tekstilgjenvinning AS und NTG
AS (NOR) zeigt, wie mechanisches Textil-zu-Textil-Recycling für Berufs- und Funktionstextilien im industriellen Maßstab umgesetzt werden kann. Entscheidend für den Ausbau der Recyclingkapazitäten sind technologische Innovationen, Marktnachfrage und eine enge Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette.
Klopman International (GER) zeigt, wie mechanisches Textil-zu-Textil-Recycling für Berufs- und Funktionstextilien im industriellen Maßstab umgesetzt werden kann. Im Fokus stehen technologische Innovationen, die Weiterentwicklung der Materialqualität sowie die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
PurFi Belgium (BEL) spricht über: “Skalierung des mechanischen Recyclings von ausgedienter Arbeitskleidung“. Dabei erörtert er, wie intelligentes Recycling in Kombination mit innovativen Textilkonstruktionen neue und zukunftsweisende Lösungen für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft ermöglicht.
RWTH Aachen trifft Industrie
2 Vortragsblöcke mit 7 Vorträgen sind am Freitagvormittag im Saal A geplant. Bereits zum dritten Mal findet im Rahmen des Dornbirn GFC eine Vortragssessions der RWTH Aachen statt. Die Veranstaltung unterstreicht die enge und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der RWTH Aachen und ihren Industriepartnern mit dem gemeinsamen Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse und industrielle Expertise zu verbinden. Der kontinuierliche Austausch zwischen Forschung und Wirtschaft schafft die Grundlage für die Entwicklung innovativer Produkte, neuer Technologien und zukunftsweisender Projekte. Die Vortragssessions bietet eine Plattform, um aktuelle Forschungsergebnisse zu präsentieren, Herausforderungen der Industrie zu diskutieren und gemeinsam neue Lösungsansätze zu entwickeln.
Das Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University präsentiert gemeinsam mit folgenden Industriepartnern aktuelle Vorträge aus Forschung und Praxis:
• Wie Zucker zum Rohstoff für textile Innovationen wird Pfeifer & Langen GmbH & Co KG (GER)
• Advances in Energy Efficiency in False-Twist Texturing Barmag (GER)
• Hochwertige spinndüsengefärbte Polyestergarne aus thermomechanisch recycelten Technofibres s.a.(LUX)
• Recycelbare Elastikgarne durch Schmelzspinnen thermoplastischer Copolyester-Elastomere Envalior (GER)
Kongressangebot 2026 im Überblick:
100 Fachvorträge zu den Themenschwerpunkten:
• Strategien und Politik der Textilindustrie, F&E und Markttrends
• Künstliche Intelligenz (AI) im Textilsektor
• Faserinnovationen
• Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit
• Funktionale und intelligente Textilien
• Vliesstoffe und Verbundwerkstoffe
• Best Practices aus Kooperationsprojekten zwischen Wissenschaft und Industrie
Galaabend
Für alle Besucher inkl. Modeschau und Buffet
Innovation Day & Forum
17 September 2026, Hall A
Ausstellung
20 internationale Aussteller präsentieren ihre neuesten Technologien, Produkte und Lösungen.