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Studierende der HSNR erobern Laufstege der Berlin Fashion Week
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Die Berlin Fashion Week wird auch 2026 zur Bühne für den Designnachwuchs der Hochschule Niederrhein (HSNR). Studierende des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik sind auf zwei bedeutenden Nachwuchsformaten vertreten: der Neo.Fashion, der Graduate Fashion Week deutscher Hochschulen, sowie dem Berliner Salon.

„Die Präsenz unserer Studierenden auf gleich zwei bedeutenden Nachwuchsformaten der Berlin Fashion Week zeigt die hohe gestalterische und technische Qualität unserer Ausbildung. Die sehr gut ausgestatteten Werkstätten und Labore schaffen dafür optimale Voraussetzungen und tragen dazu bei, dass unsere Absolventinnen und Absolventen auf dem Arbeitsmarkt besonders gefragt sind“, sagt Prof. Joel Horwitz, Professor für Modedesign an der HSNR.

Im Rahmen der Neo.Fashion präsentieren ausgewählte Absolventinnen und Absolventen ihre Kollektionen am 3. Juli um 14 Uhr in einer eigenen Hochschulshow im „Neuen Ufer“ in Berlin-Moabit. Besonders erfolgreich war die Gemeinschaftskollektion von Blinera Morina und Phuong Quynh Le Chu. Die beiden Absolventinnen wurden zusätzlich für die „Best Graduate Show“ nominiert und stellen ihre Arbeit am 4. Juli in einer zweiten Show um 18 Uhr erneut einer internationalen Jury vor. Beide Studentinnen (Bachelor Design-Ingenieur Mode) untersuchen in ihrer Gemeinschaftskollektion „Tangled: Following the Threads of Culture in Fashion“ den Umgang mit kulturellen Einflüssen in der Modegestaltung. Ausgehend von einer albanisch-vietnamesischen Zusammenarbeit entwickeln sie Strategien für einen respektvollen Umgang mit kultureller Identität und setzen sich mit Fragen kultureller Aneignung auseinander.

Tarık Coşar ist einer von 34 Nachwuchstalenten aus ganz Deutschland, die ihre Kollektionen beim Berliner Salon in der Großen Orangerie des Schlossen Charlottenburg zeigen. Coşar (Bachelor Design-Ingenieur Mode) untersucht in der Kollektion „Was lassen wir zurück?“ die Rolle von Mode als politisches Gedächtnis und erzählerisches Medium. Die Arbeit reflektiert das menschliche Vermächtnis im Spannungsfeld von Kontrolle, Widerstand und Wandel. Durch militärische Codes, Handwerk und wandelbare Silhouetten entstehen spekulative Zukunftsbilder, die Uniformität hinterfragen und menschliche Individualität sichtbar machen.

Jasmin Gerth (Bachelor Design-Ingenieur Mode) setzt sich in ihrer Kollektion „UNWANTED REWANTED“ mit der Neuverwertung von Materialien auseinander. Die gesamte Kollektion entstand aus ungenutzten Lagerstoffen und macht das Potenzial nachhaltiger Materialnutzung sichtbar. Inspiriert von Flugzeugdetails und industrieller Maschinenästhetik verbindet sie technische Präzision mit avantgardischer Gestaltung und verleiht den vorhandenen Materialien eine neue Wertigkeit.

„Ungebügelt“ heißt die Abschlusskollektion von Henrik Höfer (Bachelor Design-Ingenieur Mode) und beschäftigt sich mit Musik, Hip-Hop und Mode. Unter dem Untertitel „Reflektierende Ästhetik – Eine modische Untersuchung zu Bühnenoutfits im deutschsprachigen Hip-Hop am Beispiel des Künstlers Morten“ setzt er sich mit der visuellen Sprache des deutschsprachigen Hip-Hops auseinander und untersucht die Bühnenästhetik des Künstlers Morten.

Sophia Kusch (Bachelor Design-Ingenieur Mode) stellt in ihrer Kollektion „Laboratores“ das Thema „Arbeit“ in den Mittelpunkt. Durch das Upcycling von Warnschutz- und Arbeitskleidung schafft sie eine neue Sichtbarkeit für Berufe, die das Fundament der Gesellschaft bilden und dennoch häufig im Hintergrund bleiben. Der Kontrast zwischen Neonfarben und dunklen Grautönen verdeutlicht dabei unterschiedliche Vorstellungen von Arbeit und Zukunft.

Finja Petersen (Bachelor Design-Ingenieur Mode) erweckt in ihrer Kollektion „Stoffwechsel“ ausrangierte Jeansprodukte zu neuem Leben. Inspiriert von natürlichen Kreisläufen und Aggregatzuständen entwickelt sie neue Garne, Flächen und Kleidungsstücke. Gebrauchsspuren und Imperfektionen werden bewusst als gestalterische Qualität eingesetzt und im Sinne eines Zero-Waste-Ansatzes weiterverarbeitet. Die Entwürfe sind genderneutral und größenanpassbar gestaltet und sollen ein Zeichen gegen Überproduktion setzen.

Lina-Sofie Marschall (Bachelor Design-Ingenieur Mode) beschäftigt sich in ihrer Kollektion „Between Roots and Crowns“ mit dem Ökosystem Wald und den Folgen des menschengemachten Klimawandels. Die Entwürfe thematisieren sowohl die Stärke und Schönheit gesunder Bäume als auch die Auswirkungen von Waldbränden, Borkenkäferbefall und Pilzerkrankungen und geben dem Wald eine gestalterische Bühne.

Helene Nusch (Design-Ingenieur Mode) untersucht in ihrer Kollektion die historische Entwicklung der Frauenrolle und die Herkunft vermeintlich weiblicher Eigenschaften wie Zartheit und Sensibilität. Durch Storytelling werden in fünf Looks Stärke und Zartheit als Symbiose inszeniert. Dabei dienen Kakteenblüten als Metapher und finden sich in organischen Designs wieder, die mit historischen DOB-Dresscodes kombiniert werden. Ziel ist es zu zeigen, dass Frauen zugleich feminin und stark sein können.

Julia Segschneider (Master Textile Produkte, Design) setzt sich in ihrer Masterkollektion „zu viel oder zu wenig“ mit gesellschaftlichen Erwartungen an Weiblichkeit auseinander und thematisiert die Widersprüche zwischen Selbstbestimmung und Zuschreibung. Strick dient dabei als gestalterisches Medium, um Spannungsfelder zwischen Sichtbarkeit, Verletzlichkeit und Widerstand erfahrbar zu machen. Die Kollektion bewegt sich bewusst zwischen Gegensätzen und zeigt einen Zustand zwischen Anpassung und Emanzipation.

Sophie Steffen (Bachelor Design-Ingenieur Mode) beschäftigt sich in ihrer Kollektion „Raum für mich“ mit dem Weltraum als Metapher für innere Entwicklungsprozesse. Space-Age-Einflüsse und kreisförmige Elemente prägen die Entwürfe, die Erfahrungen des Erwachsenwerdens zwischen Orientierungslosigkeit und Aufbruch in textile Formen übersetzen.


Foto 1: Tarık Coşar zeigt seine Kollektion „Was lassen wir zurück?“ beim Berliner Salon in der Großen Orangerie des Schlossen Charlottenburg. Foto: Eric Pankow / Ofelia Savin Kundera

Foto 2: Die Gemeinschaftskollektion „Tangled: Follwing the Threads of Culture in Fashion” der Studentinnen Blinera Morina und Phuong Quynh Le Chu untersucht den Umgang mit kulturellen Einflüssen in der Modegestaltung. Foto: Phuong Quynh Le Chu / Blinera Morina

Foto 3: Helene Nusch untersucht in ihrer Kollektion die historische Entwicklung der Frauenrolle und die Herkunft vermeintlich weiblicher Eigenschaften. Foto: Tarik Cosar und Sarah Kundmüller

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