Die Konjunkturdaten sind, wie schon in den vergangenen Monaten, stetig auf Talfahrt. Positive Impulse sind weiterhin kaum erkennbar, auch nicht aus dem Auslandsgeschäft. Die technischen Textilien sowie die Arbeits- und Berufsbekleidung entwickelten sich zwar besser, insgesamt können sie den negativen Gesamttrend jedoch nicht drehen. Das größte aktuelle Problem bleibt die schlechte Auftragslage.
Die Umsätze der Branche liegen deutlich unter denen des Vorjahres. Der April brachte sowohl für Textil als auch für Bekleidung ein weiteres Umsatzminus. Per April waren es insgesamt -8,0 % Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auf Textil entfielen dabei -7,6 %, auf Bekleidung -8,6 %. Die Entwicklung der kalender- und saisonbereinigten Werte veranschaulicht den strukturell bedingten, anhaltenden Trend. Bei Textil fällt der relativ stabile Auslandsumsatz im Vergleich zur sehr schwachen Entwicklung des inländischen Absatzes auf. Ende April betrug die Anzahl der Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten noch 396, das sind -4,8 % weniger als im Vorjahr.
Die Beschäftigung geht proportional zum Umsatz zurück: insgesamt -5,0 % Ende April 2026 im Vergleich zum Vorjahr (Textil -4,9 %, Bekleidung -5,2 %). Auch die Arbeitsstunden sinken entsprechend, per April 2026 um -3,9 % bei Textil und um -5,3 % bei Bekleidung. Die Bruttolohn- und Gehaltssummen sinken ebenfalls aufgrund der abnehmenden Zahl der produzierenden Unternehmen, jedoch aufgrund von Lohn- und Gehaltssteigerungen nur unterproportional: -3,2 % bei Textil und -1,4 % bei Bekleidung.
Die inländische Produktion1) war in den ersten vier Monaten des Jahres um -5,3 % (Textil) bzw. -6,6 % (Bekleidung) geringer als im Vorjahreszeitraum.
Auch die Auftragseingänge schwanken über die Monate hinweg teils deutlich. Im bisherigen Jahresverlauf ist jedoch auch bei den Auftragseingängen der negative Trend sichtbar: -2,5 % bei Textil und -2,8 % bei Bekleidung.
Die Erzeugerpreise bleiben per April bei Textil weiterhin stabil bei unter +1 %. Bei Bekleidungserzeugnissen ist eine etwas stärkere Preissteigerung sichtbar, hier beträgt das Plus per April +2,3 %.
Der Umsatz im Bekleidungseinzelhandel war Anfang des Jahres vergleichsweise gut angelaufen. Die Zahlen für März und insbesondere für April waren jedoch negativ, so dass per April ein Minus von -0,5 % Einzelhandelsumsatz für Bekleidung vermeldet wird. Im gesamten Einzelhandel war es hingegen ein Plus von +1,9 %.
Im Außenhandel bleibt die Entwicklung der vergangenen vier Monate negativ: Die Exporte von Textil (-3,3 %) und Bekleidung (-3,6 %) liegen unter denen des Vorjahres, und auch das Importvolumen nimmt um insgesamt -7,6 % ab.
Die Rohstoffeinfuhr sinkt per März um -6,4 %.
ifo-Konjunkturklimaindex Juni 2026
Das Konjunkturklima der deutschen Industrie insgesamt hat sich aktuell verbessert, insbesondere aufgrund gestiegener Erwartungen. Gleiches gilt für das Bekleidungssegment. Anders bei Textil: Hier verbesserte sich das Klima zwar ebenfalls, jedoch aufgrund verbesserter Lageeinschätzungen, während die Erwartungen sogar schlechter wurden. Die mangelhafte Auftragslage bleibt das Hauptproblem der deutschen Industriebetriebe, hier bilden Textil und Bekleidung keine Ausnahme.
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