Die Konjunkturdaten bleiben auch im Monat März auf Talfahrt. Die geopolitische Lage mit den Folgen für Energie- und Rohstoffversorgung sowie die zunehmenden Schwierigkeiten der Logistiker bremsen jeden Ansatz von Erholung aus. Auch die aktuellsten ifo-Umfragedaten aus dem Mai sind wenig erfreulich: Das Klima hat sich jüngst gegen den Trend in der Industrie insgesamt eingetrübt. Zu den wenigen Lichtblicken gehören etwas optimistischere Einschätzungen der Unternehmen hinsichtlich der Auslandsmärkte.
Die Umsätze sinken weiter. Im März waren es insgesamt -5,2 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im ersten Quartal betrug das Minus sogar -7,7 %, davon Textil -8,3 % und Bekleidung -6,9 %. Die Entwicklung der kalender- und saisonbereinigten Werte zeigt, dass der Rückgang schon über viele Monate hinweg strukturell anhält. Bei Textil hat sich der Inlandsmarkt sehr negativ entwickelt, während die Auslandsumsätze dies etwas auffangen konnten. Ende März betrug die Anzahl der Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten noch 416, das sind -5,0 % weniger als im Vorjahr.
Die Beschäftigung sinkt ebenfalls, und zwar parallel zum Umsatz. Hier liegen die Zahlen sowohl bei Textil als auch bei Bekleidung um die -5 % unter den jeweiligen Vorjahreswerten. Auch die Arbeitsstunden gehen zurück: per März 2026 um -3,9 % bei Textil und um -5,4 % bei Bekleidung. Die Bruttolohn- und Gehaltssummen sinken ebenfalls aufgrund der abnehmenden Zahl der produzierenden Unternehmen, jedoch aufgrund von Lohn- und Gehaltssteigerungen nur unterproportional: -3,1 % bei Textil und -1,8 % bei Bekleidung.
Die inländische Produktion1) sinkt weiter recht deutlich: per März bei Textil um -8,8 %, bei Bekleidung um -6,2 %.
Auch die Auftragseingänge waren bisher in beiden Teilbranchen ebenfalls gesunken. Anfang des Jahres wurde bei Textil eine starke Steigerung verzeichnet. Der März schließt ebenfalls mit einem Plus, allerdings mit moderaten +5,6 %. Sollte es sich nicht um einen statistischen Effekt handeln, müsste sich eine Umsatzsteigerung in den kommenden Monaten aus diesem Auftragsvolumen ergeben. Tatsächlich zeigen aber auch die ifo-Daten ein Plus. Allerdings – insoweit etwas widersprüchlich – bei wenig positiven Geschäftserwartungen.
Die Erzeugerpreise bleiben vergleichsweise stabil bei unter +1,0 % (Textil) bzw. knapp +2,0 % (Bekleidung).
Der Umsatz im Bekleidungseinzelhandel war Anfang des Jahres vergleichsweise gut angelaufen. Die März-Zahlen waren jedoch negativ, sodass für das erste Quartal ein knappes Minus von -0,2 % Einzelhandelsumsatz steht. Im gesamten Einzelhandel waren es +2,4 %.
Im Außenhandel bleibt die Entwicklung unbefriedigend: Die Exporte von Textilien (-5,1 %) und Bekleidung (-3,2 %) sinken weiter, und auch das Importvolumen nimmt um über -8,0 % ab.
ifo-Konjunkturklimaindex Mai 2026
Das Konjunkturklima der deutschen Industrie insgesamt hat sich aktuell verbessert, sodass die aktuelle Lage deutlich besser eingeschätzt wurde, während sich die Erwartungen eintrübten. Nicht so bei Textil und Bekleidung: Das Konjunkturklima sinkt im Mai. Auch hier haben sich besonders die Erwartungen deutlich verschlechtert, allerdings wird auch die Lage eher negativer beurteilt, das gilt insbesondere für Bekleidung. Die Auftragslage bleibt das größte Problem, der Fachkräftemangel ist kein beherrschendes Thema mehr. Einer der raren Hoffnungsschimmer ist der etwas zunehmende Optimismus mit Blick auf die Auslandsmärkte.
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