Die meisten Konjunkturzahlen des Monats Februar 2026 sind im Vorjahresvergleich weiterhin negativ. Die Folgen des Iran-Kriegs werden sichtbar, insbesondere mit Blick auf die Lieferketten und die Energieversorgung. Während die kurzfristigen Erwartungen in der Industrie insgesamt als Folge daraus stark nachgeben, steigen die Erwartungen bei Textil und Bekleidung etwas überraschend gegen den Trend am aktuellen Rand. Ob dies eine substanzielle und dauerhafte Verbesserung der Lage ist, bleibt jedoch noch abzuwarten.
Die Umsätze sinken auch im Februar 2026 weiter. Der Rückgang im Vergleich zu den ersten beiden Vorjahresmonaten beträgt -9,0 % (Textil -9,8 %, Bekleidung -7,9 %); dies allerdings auf Basis einer geringeren Anzahl von Betrieben, die in die Statistik einfließen. Ende Februar betrug die Anzahl der Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten noch 418, das sind -5,5 % weniger als im Vorjahr.
Die Beschäftigung sinkt parallel um insgesamt -5,3 % zum Ende des Monats, und zwar in beiden Teilbranchen etwa gleich stark. (Textil -5,5 %, Bekleidung -5,1 %). Auch die Arbeitsstunden gehen zurück, per Februar 2026 um -5,7 % bzw. -7,6 %. Die Bruttolohn- und Gehaltssummen sinken mit insgesamt -2,1 % im Februar aufgrund von Lohn- und Gehaltssteigerungen wie zu erwarten nur unterproportional.
Die inländische Produktion1) sinkt wie schon in den Vormonaten recht deutlich: im Februar bei Textil nochmals um -10,6 %, bei Bekleidung um -6,9 %.
Die Auftragseingänge waren bisher in beiden Teilbranchen ebenfalls gesunken. Im laufenden Monat wird bei Textil eine starke Steigerung vermeldet. Die kommenden Monate werden zeigen, ob es sich, wie zu erwarten, im Wesentlichen um einen statistischen Effekt handelt. Allerdings zeigen die Details der ifo-Befragungszahlen auch, dass die Auftragslage bei Textil — und mit Einschränkungen auch bei Bekleidung — überraschend positiv beurteilt wird.
Die Erzeugerpreise bleiben vergleichsweise stabil bei unter +1 % (Textil) bzw. gut 2 % (Bekleidung).
Der Umsatz im Bekleidungseinzelhandel ist in den ersten zwei Monaten des Jahres vergleichsweise gut angelaufen. Die kumulierten Umsätze betragen +1,5 % mehr als der Vorjahreswert, im gesamten Einzelhandel waren es +1,9 %.
Im Außenhandel bleibt die Entwicklung unbefriedigend: Die Exporte von Textil (-5,0 %) und Bekleidung (-6,5 %) sinken weiter, und auch das Importvolumen nimmt um knapp -10 % ab, ebenso der Handel mit textilen Rohstoffen.
ifo-Konjunkturklimaindex April 2026
Das Konjunkturklima der deutschen Industrie insgesamt hat sich im April deutlich eingetrübt, insbesondere bei der chemischen Industrie. Die wesentliche Ursache sind die verschlechterten Erwartungen bei den meisten Branchen für die kommenden drei Monate. Nochmals haben sich insbesondere die Erwartungen aufgrund massiver Sorgen um die Rohstoffversorgung und die Logistik abgekühlt. Überraschenderweise verbessert sich das Klima bei Textil und Bekleidung. Teilweise werden Auftragslage und Auslastung deutlich positiver beurteilt als im Monat zuvor. Ob dies ein dauerhafter Impuls sein wird, bleibt jedoch abzuwarten.
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