Die 38. International Cotton Conference Bremen, die vom 25. bis 27. März 2026 im Bremer Parlament stattfindet, unterstreicht erneut ihre Rolle als führende internationale Plattform für wissenschaftlichen Austausch und den Dialog mit der Industrie. Mit einer hochkarätigen Reihe von Referentinnen und Referenten bringt die Konferenz Expertinnen und Experten aus Forschung, Technologie und Wirtschaft zusammen, um die zentralen Herausforderungen des globalen Baumwollsektors zu diskutieren. In diesem Jahr widmet sich das Programm zudem einem besonders dringlichen und sensiblen Thema: der Mikroplastikverschmutzung.
„Wir achten sorgfältig darauf, was in unseren Körper gelangt – von der Nahrung, die wir essen, bis zum Wasser, das wir trinken. Aber haben wir schon mal darüber nachgedacht, welchen Einfluss das hat, was auf unserem Körper ist? Stoffe wie Polyester, Nylon und Elasthan machen den Großteil unserer Kleidung aus. Diese synthetischen Fasern werden aus fossilen Brennstoffen hergestellt und sind im Grunde nichts anderes als Plastik.“ https://plantnotplastic.org/
Mikroplastik im menschlichen Gehirn nachgewiesen
Die Verunreinigung durch Mikroplastik ist derzeit Gegenstand intensiver Diskussionen – sowohl in Industriekreisen als auch bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Zentrale Fragen stehen dabei im Fokus: Wo kommt Mikroplastik in der Umwelt vor, stellt es ein Risiko für die menschliche Gesundheit dar? Und was sind die wichtigsten Quellen?
„Jedes Mal, wenn synthetische Kleidung gewaschen oder getragen wird, lösen sich winzige Fragmente, sogenannte Mikroplastikpartikel. Diese mikroskopisch kleinen Teilchen verschwinden nie. Sie gelangen in unsere Gewässer, in den Boden und in die Luft – und finden so ihren Weg in unseren Körper. Schätzungen zufolge atmen oder nehmen wir jährlich zwischen 74.000 und 121.000 Mikroplastikpartikel auf.“ https://plantnotplastic.org/
Eine aktuelle Umfrage von Cotton Incorporated zeigt erhebliche Wissenslücken bei Verbraucherinnen und Verbrauchern in Bezug auf Mikroplastikverschmutzung – insbesondere hinsichtlich der Rolle alltäglicher Kleidung als bedeutende Quelle. Obwohl das Thema zunehmend Besorgnis und Unbehagen auslöst, fühlen sich viele Menschen unsicher, welche konkreten Maßnahmen sie ergreifen können, um ihre Belastung zu verringern. Diese Sorgen sind nicht unbegründet. Jüngste Studien berichten über das Vorkommen von Mikroplastik im menschlichen Körper, darunter:
• Nachweise in lebenswichtigen Organen wie Gehirn, Nieren, Lunge und sogar der Gebärmutter.
• Im Durchschnitt atmen oder nehmen Menschen zwischen 74.000 und 121.000 Mikroplastikpartikel pro Jahr auf.
• Einige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass sich durch Einatmen bis zu 130 Mikroplastikpartikel pro Tag in der Lunge ansammeln können.
„Wenn Verbraucherinnen und Verbraucher erkennen, dass winzige Plastikfasern aus Kleidung in Nahrung, Wasser und sogar in unsere Organe gelangen können, wird das Thema sehr persönlich“, erklärt Marjory Walker, Vice President, Council Operations, NCC. Als Reaktion auf diese Erkenntnisse hat der NCC die neue Aufklärungskampagne „Plant Not Plastic“ ins Leben gerufen.
Aktueller Stand in Bremen vorgestellt
Auf der Bremer Baumwollkonferenz wird Plant Not Plastic nun eine zentrale Rolle im Konferenzprogramm einnehmen. Unmittelbar nach den Keynote-Vorträgen am Mittwoch, den 25. März 2026, wird Marjory Walker vom National Cotton Council gemeinsam mit Dr. Jesse Daystar von Cotton Incorporated sowie Dr. Richard Venditti von der North Carolina State University den aktuellen Stand der Entwicklungen präsentieren und diskutieren.
ICAC-Plenarsitzung in Bremen
Die der Baumwolltagung vorgeschaltete ICAC-Plenarsitzung bringt die gesamte globale Baumwoll- und Textilwertschöpfungskette zusammen – von der Saat bis zum Einzelhandel – in einem hochrangigen Forum. Mit Sitzungen zu Forschung, Anbau, Märkten, Textilien und Handel vernetzt sie führende politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus den ICAC-Mitgliedsregierungen mit Branchenvertretern, um sicherzustellen, dass politische Maßnahmen mit den realen Bedürfnissen der Wirtschaft übereinstimmen. Gleichzeitig stärkt das Plenum die Rolle der Baumwolle als globales öffentliches Gut, indem es ihre wirtschaftliche, soziale und ökologische Bedeutung weltweit hervorhebt. https://icac.org/meetings/83rd-plenary-meeting-bbb