Die Konjunktur in der deutschen Textil- und Modeindustrie ist seit etlichen Monaten von Stagnation geprägt. Die Branche kommt bisher aus dem Konjunkturtal nicht heraus. Im Vorjahresvergleich bleiben nahezu sämtliche Zahlen im negativen Bereich. Den wenigen optimistischen Ausblicken der vergangenen Monate ist bisher keine Wende zum Besseren gefolgt. Auch in den Januarprognosen sind die Erwartungen besser als die tatsächliche Lage.
Der nun schon über viele Monate fallende Trend bei den Umsätzen setzt sich fort: Auch im November 2025 lagen die Monatswerte mehr als -6 % unter denen des Vorjahres. Per November 2025 beträgt das Minus der Gesamtbranche gegenüber dem gleichen Zeitraum 2024 jetzt -2,8 %. Die Textilbranche verzeichnet dabei -3,2 %, bei Bekleidung sind es -2,2 %. Die Anzahl der Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten in Deutschland sinkt noch deutlicher: bei Textil Ende November um -7,4 % unter dem Vorjahreswert, bei Bekleidung sind es -1,1 %.
Die Beschäftigung sinkt ebenfalls und mit zunehmend stärkerem Ausmaß: in beiden Teilbranchen zusammen um -5,3 % zum Ende November 2025 (Textil -6,3 %, Bekleidung -3,3 %). Parallel dazu sinken auch die Arbeitsstunden. Im Jahresverlauf wurden Stand Ende November insgesamt -5,7 % weniger Arbeitsstunden in der gesamten Branche erbracht, auch hier sinken die Werte bei Textil mit -6,3 % stärker als bei Bekleidung mit -4,3 %. Die Bruttolohn- und Gehaltssummen sinken hingegen mit insgesamt -0,3 % per November nur minimal, da hier auch Lohn- und Gehaltssteigerungen wirken. Der Rückgang geht dabei voll auf das Textilsegment zurück, denn die Bekleidungsunternehmen haben sogar leicht höhere Löhne und Gehälter gezahlt.
Die inländische Produktion1) ist im Jahresverlauf 2025 stetig gesunken, sowohl bei Textil (-4,7 %) als auch bei Bekleidung (-6,1 %). Auch hier ist der aktuelle Monat mit -6,1 % bei Textil und -12,1 % bei Bekleidung keine Ausnahme.
Die Auftragseingänge und Auftragsbestände schwanken im Zeitlauf; vor allem bei Bekleidung ist die Volatilität hoch. Dennoch ist besonders bei den Auftragseingängen die negative Tendenz im Jahresablauf deutlich in den Daten bis November sichtbar, besonders im Textil-, aber auch im Bekleidungssegment.
Die Erzeugerpreise bewegen sich seit einigen Monaten stabil bei knapp +1 % (Textil) bzw. gut +3 % (Bekleidung).
Der Umsatz im Bekleidungseinzelhandel kann für das laufende Jahr 2025 bisher nur ein minimales Plus von +0,1 % ausweisen. Besonders in den letzten Monaten entwickelte sich der Bekleidungseinzelhandel unterdurchschnittlich. Der gesamte Einzelhandel kann seine Umsätze bis November um immerhin +3,2 % erhöhen.
Der Außenhandel verläuft im Jahr 2025 ungewöhnlich schwach und ist ebenfalls negativ. Per November wurde insgesamt -2,4 % weniger exportiert. Die Exporte in die USA sind überproportional betroffen, aber nur eines von etlichen Ländern mit negativer Exportentwicklung. Bei Textil beträgt der Rückgang -0,7 %, bei Bekleidung sind es -3,3 %. Dem gegenüber steigen die Importe, und zwar sowohl bei Textil (+9,2 %) als auch bei Bekleidungsprodukten (+9,5 %).
Die Rohstoffeinfuhren sinken per November um -13,9 %.
ifo-Konjunkturklimaindex Januar 2026
Das Konjunkturklima der deutschen Industrie insgesamt hat sich im Januar etwas verbessert. Gleiches gilt für die Textil- und für die Bekleidungsindustrie. Insgesamt bleiben die Unternehmen jedoch skeptisch. Die geringen Verbesserungen der vergangenen Monate gingen meist auf etwas optimistischere Erwartungen zurück, während die Lagebeurteilungen meist weniger positiv reagierten. Die wenigen positiven Indexveränderungen wurden somit eher von Hoffnungen auf Besserung in der Zukunft genährt. Das zeigen auch die Details zu Kapazitätsauslastung und Produktionsplänen: Die Erwartungen sind regelmäßig optimistischer als die aktuelle Lage. Der Auftragsmangel bleibt ein Problem, insbesondere bei Textil.
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