1
Ernüchternde Zahlen und kaum Lichtblicke
 Zur Auswahl zurückkehren News 
Die Zahlen der Textil- und Bekleidungsindustrie für das bisherige Jahr 2025 bleiben fast durchweg negativ. Nur vereinzelt sind Teilsegmente wie die Seilerwaren oder die Strumpfwarenindustrie leicht im Plus, insgesamt verfestigt sich der negative Trend. Die Stimmung hat sich zwar im Vergleich zum Jahresanfang gebessert, aber auch die jüngsten ifo-Daten zeugen von einer zunehmenden Ernüchterung und Zukunftssorgen in weiten Teilen der Unternehmerschaft. Auftragsmangel und unzureichende Nachfrage aus dem Ausland bleiben wesentliche Probleme auf dem Weg zur Trendwende.

Die Umsätze sind auch im Monat Oktober 2025 im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken, und zwar um -5,6 %. Nur wenige Teilsegmente liegen noch im Plus. Damit liegt der Gesamtumsatz der Branche per Oktober um -2,4 % unter dem des Vorjahres (Textil -2,9 %, Bekleidung -1,7 %). Insbesondere bei den kalender- und saisonbereinigten Daten ist im Zeitablauf die stetig sinkende Tendenz deutlich sichtbar. Die Anzahl der Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten in Deutschland liegt bei Textil Ende Oktober um -7,1 % unter dem Vorjahreswert, bei Bekleidung sind es -1,1 %.

Die Beschäftigung sinkt ebenfalls: in beiden Teilbranchen zusammen um -5,3 % Ende Oktober 2025 (Textil -6,4 %, Bekleidung -2,9 %). Entsprechend werden auch weniger Arbeitsstunden geleistet. Im Jahresverlauf wurden Stand Ende Oktober insgesamt -5,6 % weniger Arbeitsstunden in der gesamten Branche erbracht. Die Bruttolohn- und Gehaltssummen sinken hingegen mit insgesamt -0,5 % per Oktober unterproportional, da hier auch Lohn- und Gehaltssteigerungen wirken. Der Rückgang geht dabei voll auf das Textilsegment zurück, denn die Bekleidungsunternehmen haben sogar leicht höhere Löhne und Gehälter gezahlt.

Die inländische Produktion1) ist bis Oktober 2025 sowohl bei Textil (-4,6 %) als auch bei Bekleidung (-5,7 %) gesunken, auch hier über die Monate recht stetig.

Die Auftragseingänge und Auftragsbestände schwanken im Zeitlauf, vor allem bei Bekleidung ist die Volatilität hoch. Dennoch ist besonders bei den Auftragseingängen die negative Tendenz im Jahresablauf deutlich in den Daten bis Oktober sichtbar, besonders bei Textil, aber auch im Bekleidungssegment.

Die Erzeugerpreise haben sich stabilisiert, bei Textil mit einer Steigerungsrate von bisher gut +1 % im Jahr 2025, bei Bekleidung steigen die Preise derzeit um +3 %.

Der Umsatz im Bekleidungseinzelhandel kann im laufenden Jahr 2025 nur schwach und unterdurchschnittlich zulegen. Die Steigerung von nominal +0,5 % reicht nicht aus, um Kostensteigerungen zu kompensieren. Der gesamte Einzelhandel kann seine Umsätze bis Oktober um +3,6 % erhöhen.

Der Außenhandel verläuft im Jahr 2025 ungewöhnlich schwach und ist ebenfalls negativ. Per Oktober wurde insgesamt -2,0 % weniger exportiert. Bei Textil beträgt der Rückgang -0,4 %, bei Bekleidung sind es -2,7 %. Dem gegenüber steigen die Importe sowohl bei Textil (+9,6 %) als auch bei Bekleidungsprodukten (+10,1 %).

Die Rohstoffeinfuhren sinken per Oktober um -13,6 %.

ifo-Konjunkturklimaindex Dezember 2025
Das Konjunkturklima der deutschen Industrie insgesamt hat sich im Jahresverlauf zwar verbessert, bleibt aber im negativen Bereich. Ursache sind die pessimistischeren Erwartungen. Dieser Befund gilt auch für die Textil- und Bekleidungsunternehmen. Die nüchterne, von Pessimismus geprägte Stimmung spiegelt sich in den zurückhaltenden Produktions- und Investitionsplänen der Unternehmen wider. Auffällig ist die durgehend sehr negative Einschätzung der Auslandsnachfrage bei den Textil- und Bekleidungsunternehmen.