Die Zahlen des Monats Mai sind weiterhin unbefriedigend: Umsatz, Beschäftigung und Außenhandel liegen unter den Vorjahreswerten. Das Bekleidungssegment sticht dabei durch positivere Entwicklungen etwas heraus. Insgesamt kann zwar von einer Trendwende nicht die Rede sein, jedoch geben die optimistischeren Konjunkturbeurteilungen der Unternehmen Anlass zur Hoffnung auf eine mögliche Trendwende in den kommenden Monaten. Die schleppende Auftragslage und das unbefriedigende Außenhandelsgeschäft machen weiterhin Sorgen.
Die Umsätze steigen im Monat Mai um +1,2 %. Allerdings ist dies auf den Umsatzsprung um +4,4 % bei Bekleidung zurückzuführen.
Das Textilsegment meldete ein Monatsminus von -0,5 %. Die Anzahl der Betriebe sinkt zum Ende des Monats Mai als nachlaufender Indikator in beiden Segmenten: bei Textil um -6,2 %, bei Bekleidung um -1,0 %.
Die Beschäftigung ist als nachlaufender Indikator ebenfalls noch im Minus. Insgesamt um -4,1 % per Ende Mai. (Textil -5,2 %, Bekleidung -1,6 %). Insgesamt wurden Ende des Berichtsmonats -4,6 % weniger Personen beschäftigt als im Vorjahr. Dadurch sinken auch die geleisteten Arbeitsstunden, und zwar insgesamt per Mai um -5,0 %. Die auch weiterhin unbefriedigende Auftragslage macht sich hier deutlich bemerkbar. Die Bruttolohn- und Gehaltssummen sinken aufgrund der Lohn- und Gehaltssteigerungen nur bei Textil und auch nur unterproportional: Per Mai wurden bei Textil -1,4 % weniger Löhne und Gehälter gezahlt, bei Bekleidung wurden +4,9 % mehr Lohn und Gehalt gezahlt.
Die inländische Produktion1) ist im laufenden Jahr gesunken: per Mai bei Textil um -4,4 %, bei Bekleidung um -3,9 %. Die Auftragseingänge und Auftragsbestände schwanken im Zeitlauf, vor allem bei Bekleidung ist die Volatilität hoch. Insbesondere die sinkenden Auftragseingänge und auch die jeweils aktuellen Einschätzungen der Unternehmen zeigen die kritische Auftragslage deutlich auf.
Die Erzeugerpreise haben sich mit leichtem Aufwärtstrend stabilisiert; bei Textil mit einer Steigerungsrate von ca. +1 %, bei Bekleidung liegt der Wert höher. Hier stieg der Index in den letzten Monaten zwischen +2 % und +3 %.
Der Umsatz im Bekleidungseinzelhandel entwickelt sich nur schleppend. Zwar meldeten die Händler auch für den Monat Mai ein leichtes Plus von +0,8 %, die Steigerungen liegen aber dauerhaft unter dem Einzelhandel insgesamt. Per Mai legte der Bekleidungseinzelhandel um +0,4 % zu, der gesamte Einzelhandel jedoch um +3,9 %.
Der Außenhandel kommt auch im Mai noch nicht in Schwung: Das Exportminus betrug bei Textil -2,0 %, bei Bekleidung -4,6 %. Per Mai meldet Textil damit ein minimales Plus von +0,2 %, bei Bekleidung nehmen die Exporte um -3,3 % ab. Ganz anders die Einfuhren: Diese sind in den ersten fünf Monaten mit insgesamt +14,6 % deutlich gestiegen. Der Einfuhrüberschuss liegt mit +85,5 % daher weiterhin deutlich über den Werten der Vergangenheit. Die Rohstoffeinfuhren sinken im Mai um -3,6 %.
ifo-Konjunkturklimaindex Juli 2025
Das Konjunkturklima in Deutschland insgesamt hat sich ein weiteres Mal etwas verbessert. Das Klima in der Industrie ist dabei vergleichsweise deutlich gestiegen, vor allem aufgrund verbesserter Erwartungen, aber auch aufgrund positiverer Lagebeurteilungen. Auch für Textil und Bekleidung trifft dies zu, wobei die Bekleidungsunternehmen optimistischer sind als
die Textilunternehmen. Letztere sehen die Lage sogar wieder leicht pessimistischer als im Vormonat. Dies gilt insbesondere für die Beurteilungen bei den Technischen Textilien.
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