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Passend zur Fußball-EM 2024: Nachhaltiger Kunstrasen
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Aachener Forscher entwickeln mit BioTurf eine echte Alternative

Die aktuell laufende Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland wird auf Naturrasen gespielt. Dieser ist sehr aufwendig in der Pflege, verträgt keine hohe Frequentierung in der Nutzung und hat eine begrenzte Nutzungsdauer von zum Teil nur 6 Monaten. Einfacher in der Pflege und entsprechend beliebt ist Kunstrasen. Allein in Deutschland gibt es geschätzt mehr als 5.000 Kunstrasenplätze und EU-weit sogar 25.500. Riesiges Manko: Die enorme jährliche Emission von Mikroplastik in Form von Einfüllmaterial, die hohe CO2-Belastung und die alles andere als umweltfreundliche Entsorgung. Aachener Forscher haben sich der Thematik gewidmet und mit BioTurf eine nachhaltige Alternative vorgestellt. BioTurf ist ein weltweit neues Kunstrasensystem aus biobasierten Polymeren, das kein polymeres Infillmaterial mehr benötigt.

„Jährlich fallen pro Kunstrasenplatz rund 500 Kilogramm Kunststoffgranulat an, die als Füllstoff, dem sogenannten Infill, nachgefüllt werden müssen. Das entspricht auch der Menge, die potenziell pro Sportplatz als Mikroplastik in die Umwelt gelangen“, erklärt Dr. Claudia Post vom TFI. Bei geschätzten mehr als 25.000 Kunstrasenplätzen in der EU fallen da allein beim Kunstrasen in Europa jährlich 12.750 Tonnen Mikroplastik an, die in die Umwelt gelangen! Das TFI – Institut für Bodensysteme an der RWTH Aachen e.V., Institut für Forschung, Prüfung und Zertifizierung in Europa für Bauprodukte für den Innenraum, hat gemeinsam mit dem ITA (Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen) und in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Morton Extrusionstechnik (MET), Spezialist für Kunstrasenfasern, das neuartige Kunstrasensystem entwickelt.

„Spätestens 2031 kommt für neue Kunstrasenplätze wegen des Verbots des Kunststoffgranulats das Aus. Schon jetzt werden Kunstrasenplätze mit Infillmaterial nicht mehr gefördert“, weiß Dr. Claudia Post. Für den Breitensport, Vereine, Städte und Kommunen wird die Umrüstung ihrer bestehenden Kunstrasenplätze in den kommenden Jahren eine Mammutaufgabe, denn Kunstrasenplätze müssen alle 10-15 Jahre ausgetauscht werden. Mit BioTurf steht nun eine umweltgerechte Alternative zur Verfügung! Der Belag lässt sich wie jeder andere bespielen, egal ob beim Laufen, Passen oder Schießen. Kurze, stark gekräuselte Halme stützen längere Halme und dieser simple Ansatz erhöht den Spielkomfort. Sämtliche Qualitätsanforderungen und Standards für höchste fußballerische Ansprüche werden bei BioTurf erfüllt.

BioTurf - eine innovative, ganzheitliche Lösung
„BioTurf ist eine innovative, ganzheitliche Lösung“, betont Dirk Hanuschik vom TFI. „Wir setzen auf Rapsöl und landwirtschaftliche Abfälle, die nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelherstellung stehen. Zudem ist BioTurf nahezu komplett recycelbar“.
Ganz im Gegensatz zu konventionellen Kunstrasen, der bisher nur thermisch verwertet werden kann, sprich zur Wärmegewinnung verbrannt wird.

Da BioTurf gänzlich ohne das traditionelle Latex-Verfahren auskommt, kann auf dessen energieintensiven Trocknungsprozesses verzichtet werden, was sich positiv auf den Preis niederschlägt. Zudem lässt sich Latex nur schwer rezyklieren. Im Gegensatz dazu kommt bei BioTurf die neue Bindetechnologie Thermobonding zum Einsatz, die komplett ohne Latex auskommt. Hierbei werden die thermoplastischen Polgarne mit dem Träger thermisch verschmolzen. Bei der Bestrebung einen 100%ig monomateriellen Kunstrasen zu entwickeln, müssen noch weitere Entwicklungsschritte folgen, da neben dem Polyethylenfasermaterial noch wenige Prozent Polypropylen im Träger verarbeitet werden müssen, um ihn beim Thermobondieren zu schützen. Dies behindert jedoch nicht seine Recyclingfähigkeit.

Mit BioTurf aus Aachen steht eine umweltgerechte und bespielbare Alternative zur Verfügung. Gute Aussichten sowohl für den Fußball wie für den gesamten Breitensport, der mit der Aachener Entwicklung nachhaltiger und damit auch gesünder werden kann. BioTurf ist eine zukunftsweisende Innovation für Sportanlagen in Kommunen und Vereinen.
BioTurf ist weltweit neu und das Resultat eines Projektes im Innovationsraum BIOTEXFUTURE, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.

Weitere Informationen unter http://www.biotexfuture.info


Bild1: Das neuartige Kunstrasensystem besteht aus biobasierten Polymeren und benötigt erstmals gar kein polymeres Infillmaterial mehr. Diese Kombination ist weltweit neu und das Resultat eines Projektes im Innovationsraum BIOTEXFUTURE, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.

Bild2: Am Hochschulsportzentrum (HSZ) in Aachen hat das Unternehmen Morton Extrusionstechnik GmbH einen Cage-Soccerplatz mit BioTurf verlegt. Eine perfekte Möglichkeit, um das Ergebnis des Forschungsprojekts sicht- und erlebbar zu machen.

Bilder: RWTH Aachen


Über das TFI:
Das IVGT-Mitglied TFI ist das Institut für Forschung, Prüfung und Zertifizierung in Europa für Bauprodukte für den Innenraum mit den Säulen Forschung, Prüfung, Zertifizierung, Qualifizierung und Produktion. Die vorwettbewerbliche Forschung des TFI erstreckt sich über den gesamten Lebenszyklus vom Einsatz der Rohstoffe über die Herstellung, Installation, Nutzung sowie die Verwertung am Ende der Nutzungsphase. Vorrangig werden die Aspekte Qualität, Ökologie und Ökonomie sowie deren Wechselwirkungen beleuchtet. Seit einigen Jahren beschäftigt sich das TFI auch mit textilen Entwicklungen im Außenraum (neben Kunstrasen auch Geotextilien) unter Berücksichtigung des Live Cycle Assessments dieser Entwicklungen. Als An-Institut an der RWTH Aachen ist das TFI auch in der Lehre tätig. http://www.tfi-aachen.de

Über den IVGT:
Der IVGT, Industrieverband Veredlung - Garne - Gewebe - Technische Textilien e.V., ist Partner im BIOTEXFUTURE-Netzwerk und vertritt als Verband die technischen und wirtschaftspolitischen Interessen seiner Mitgliedsunternehmen aus den Bereichen textile Rohstoffe, Veredlung, Garne, Gewebe, Vliesstoffe, Geflechte und Technische Textilen und repräsentiert über 60% der deutschen Textilindustrie. Dem Verband gehören darüber hinaus Textilmaschinen-, Chemikalien-, Faser-, Filament- und Rohstoff-Hersteller sowie Dienstleister und hier Forschungsinstitute, Labore und Berater an. Sitz des Verbandes ist in Frankfurt am Main. http://www.ivgt.de

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