1
Universität trifft Museum: Wer weiß, was Occhi ist?
 Zur Auswahl zurückkehren News 
Museum Draiflessen zeigt seit dem 4.Januar, textile Handarbeiten von Studierenden der Uni Osnabrück. Ende der Ausstellung ist der 28. April.

Nach intensiver Vorbereitungszeit bot das Museum Draiflessen in Kooperation mit dem Textilen Gestalten der Universität Osnabrück am 4. Januar, im Rahmen einer Führung mit Kuratorinnen und Kuratoren das erste Textil-Highlight des neuen Jahres. Ausgehend von der Sammlung historischer Näh- und Handarbeitsutensilien „Stichting Ariadne’s Naaikussen“ ließen Studierende eine fast vergessene Technik der Spitzenherstellung wiederaufleben: Occhi. Die Ergebnisse sind bis zum 28. April in der Ausstellung „Ariadne’s Naaikussen“ im Museum Draiflessen in Mettingen zu sehen.

Occhi (auch Schiffchen- oder Frivolitätenarbeit genannt) ist eine textile Technik, bei der Spitzen mithilfe eines auf einem Schiffchen aufgewickelten Fadens gebildet werden. Wie aber wurde Occhi ursprünglich hergestellt? Auf welche historischen Quellen können wir zurückgreifen, wenn wir Occhi wiedererlernen wollen? Und wie können Occhi-Spitzen zeitgemäß interpretiert werden? Diese und andere Fragen stellten sich die Studierenden während der Recherche zu diesem Thema und nicht zuletzt beim Anfertigen ihrer Arbeiten. Die filigranen Ergebnisse dieser theoretischen wie praktischen Auseinandersetzungen zeigt die Draiflessen Collection im Kontext der Ausstellung „Ariadne’s Naaikussen“. Im Rahmen einer Führung mit Kuratorinnen und Kuratoren stellten die Mitwirkenden des Seminars, Daria Ivanov, Anja Leshoff, Christine Löbbers, Jessica Kirschmann, Celine Krumland, Kathrin Meese, Tamara Olmer und Elisa Prigge ihre Arbeiten vor. Ein anschließender Occhi-Workshop wurde von Christine Löbbers, Anja Leshoff und Daria Ivano fachkundig geleitet.

Die Sammlung historischer Handarbeits- und Nähutensilien, die sich seit 2018 in der Draiflessen Collection befindet, beinhaltet Werkzeuge, deren Arbeitsweise und Handhabung sich den Betrachterinnen und Betrachtern nicht auf den ersten Blick erschließt. Eines dieser geheimnisvollen Werkzeuge wurde im Seminar „Occhi oder was machen Frivolitäten bei der Handarbeit?“ von Studierenden des Fachgebietes Textiles Gestalten erforscht und in die heutige Zeit transformiert.