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Äußere Einflüsse behindern den Aufschwung im Oktober
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Die Erholung der Textil- und Modeindustrie schreitet voran, leider jedoch durch äußere Einflüsse gebremst. Wie die gesamte Wirtschaft leiden auch Textil und Bekleidung unter steigenden Preisen und gestörten Lieferketten. Importe und Exporte sinken im Monat August. Dennoch hat die wirtschaftliche Erholung weiter Bestand: Die Umsätze steigen und die Auftragslage bessert sich. Die Beschäftigungssituation verbessert sich allerdings noch nicht. Das Konjunkturklima verdüstert sich etwas, jedoch ist die Entwicklung bei Textil und Bekleidung insgesamt relativ günstig.

Die Umsätze steigen auch im Monat August wegen der niedrigen Vorjahreszahlen kräftig an, insgesamt um +10,0 %. Per August liegen sie bei Textil mit +9,4 % über dem Vorjahreszeitraum, bei Bekleidung sind es allerdings noch -0,2 %. Trotz der aktuell etwas verzögerten Erholung der Konjunktur ist für Textil bei gleichbleibender Tendenz ein Umsatzniveau wie 2019 möglich. Bei Bekleidung wird das Niveau zwar über Vorjahr, aber höchstwahrscheinlich nicht über Vorkrisenniveau liegen. Voraussetzung ist allerdings, dass die aktuellen Konjunkturbremsen (Energiekosten, Lieferschwierigkeiten, Inflation) in den kommenden Monaten nicht überhand nehmen.

Die Beschäftigung hingegen bildet als nachlaufender Indikator noch die Krisenauswirkungen ab. Bei Textil und bei Bekleidung lässt die Trendwende noch auf sich warten: Insgesamt liegt die Beschäftigung Ende August um -3,6 % unter dem Vorjahr.

Die inländische Produktion befindet sich im Aufschwung, besonders bei Textil (+10,1 % per August). Bei Bekleidung ist die Entwicklung noch sehr volatil (+26,0 % im August, -4,2 % per August), aber dieser Trend zeigt ebenfalls nach oben.

Die Auftragseingänge und Auftragsbestände hingegen deuten stabil auf eine fortschreitende Erholung hin, und zwar in beiden Segmenten. Die Zuwachsraten sind auch hier sehr volatil, aber insgesamt klar positiv.

Die Erzeugerpreise blieben in der Vergangenheit stets nahezu unverändert. Bei Textil steigt der Index nun aber aufgrund der rasant steigenden Beschaffungspreise rasch an: im Juli um +2,6 %, im Monat August bereits um +3,2 %. Bei Bekleidung bleibt es vorerst bei leichten Steigerungen von +1,0 % im August. Die Tendenz zu höheren Preisen ist aber auch hier erkennbar.

Der Umsatz im Bekleidungseinzelhandel steigt zwar in den letzten Monaten mit zweistelligen Raten an, aber bei Weitem nicht stark genug, um die Verluste vom Beginn des Jahres wieder auszugleichen. Per August 2021 hat der Bekleidungseinzelhandel noch immer -16,7 % weniger umgesetzt als im Vorjahreszeitraum.

Der Außenhandel erholt sich nicht so rasch wie der Inlandsmarkt, das gilt sowohl für die Exporte als auch die Importe. Hier behindern die Schwierigkeiten und Preissprünge der Logistik eine rasche Normalisierung. Der August bringt sowohl für Textil als auch für Bekleidung sinkende Ex- und auch sinkende Importe. Dennoch liegt der Export per August insgesamt +4,3 % über 2020 (Textil +5,6 %, Bekleidung +3,5 %).

Der Einfuhrüberschuss sinkt per August um -31,0 %. Die Rohstoffeinfuhren steigen im Vergleich zum Vorjahr per August um +17,5 %, wobei dieser überproportionale Anstieg auf deutlich gestiegene Preise zurückzuführen ist.

Ifo-Konjunkturklimaindex Oktober 2021
Die Umfragewerte für das gesamte verarbeitende Gewerbe sinken weiter, Lage und Erwartungen in der Industrie haben sich deutlich eingetrübt. Dabei spielen Lieferschwierigkeiten und stark anziehende Beschaffungs- und Energiepreise die treibende Rolle. Auch in der Textil- und Bekleidungsindustrie stellen Lieferschwierigkeiten ein großes Hindernis dar. Eine Mehrheit der Unternehmen leidet unter Materialknappheit, und das mit steigender Tendenz. Fachkräftemangel ist zusätzlich bei Textil ein aktuell großes Wachstumshemmnis. Dennoch schneidet Textil — und bemerkenswerterweise insbesondere die Bekleidung — in der Konjunkturklimabeurteilung besser ab als die gesamte Industrie.