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Frankfurt Fashion SDG Summit: Starkes Signal an die Modewelt
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Mode braucht den Wandel: Der erste Frankfurt Fashion SDG Summits sendete am gestrigen Mittwoch ein starkes Signal für mehr Nachhaltigkeit in der Modewelt. Designer*innen, Politiker*innen, Wissenschaftler*innen und Klimaktivist*innen sprachen mit einer Stimme für die dringend erforderliche Transformation der Mode- und Textilindustrie. Die künftig jährlich in Frankfurt am Main stattfindende Konferenz wurde von der Conscious Fashion Campaign präsentiert und von der Messe Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem United Nations Office for Partnerships realisiert.

Tarek Al-Wazir, Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen richtete zu Beginn des Summits einen Appell an die internationale Zuhörerschaft: „Die Konferenz ist ein Signal in die internationale Textil- und Modewelt. Es ist wichtig, dass die Nachhaltigkeitsziele der United Nations ganz oben auf der Agenda dieser Fashion Week stehen. Denn wir müssen von ‚fast Fashion’ zu ‚fair Fashion’ kommen. Wir müssen destruktives Verhalten, das die Umwelt zerstört und Menschen ihrer Lebensgrundlage beraubt, beenden. Prekäre und lebensbedrohliche Arbeitsbedingungen gilt es zu stoppen – und zwar sofort. Wir müssen Verantwortung übernehmen und handeln – ohne zu zögern. Nur so können wir das Ziel der Agenda 2030 erreichen. Und deshalb wünsche ich mir, dass von dem heutigen Summit ein hoher Nutzen ausgeht, der am Ende in nachhaltiges Handeln mündet.“

Von Seiten des United Nations Office for Partnerships (UNOP) lobt Annemarie Hou, Acting Executive Director des UNOP die Frankfurt Fashion Week und den SDG Summit als eine wertvolle Plattform, um Innovationen und nachhaltige Lösungen in der Modeindustrie voranzutreiben. „Wenn wir alle zusammenarbeiten, können wir verantwortungsvolle Produktionsverfahren und Konsumverhalten fördern. Diese Lösungen werden der Welt helfen, das Versprechen der 17 Nachhaltigkeitsziele einzulösen. Oder wie es der Generalsekretär der Vereinten Nationen António Guterres sagte: ‚Jetzt ist der Moment, in dem es darum geht, Maßnahmen zur Erreichung der SDGs zu ergreifen, und Frieden mit der Natur zu schließen.‘ Durch diesen Summit forcieren wir den Weg in eine grünere und gerechtere Zukunft.“

„Als führender Veranstalter von internationalen Textilmessen mit weltweit 60 Events ist es uns ein großes Anliegen, mit dem neuen Frankfurt Fashion SDG Summit die Richtung vorzugeben – in eine nachhaltige Zukunft der globalen Mode- und Textilbranche. Von Frankfurt aus ging ein starkes Signal für den Wandel in Industrie und Handel aus. Und gemeinsam mit unseren Partnern der Conscious Fashion Campaign und dem United Nations Office for Partnerships konnten wir die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN einem breiten, internationalen Publikum näher bringen“, sagt Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt.

Großer Hebel, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen
Die Textil- und Modeindustrie ist eine der weltweit größten Verursacher von CO2-Emissionen und Wasserverschmutzungen. Dementsprechend groß ist der Hebel, wenn es darum geht, die 17 Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) der Agenda 2030 der Vereinten Nationen in der Modebranche zu erreichen und mit Maßnahmen zur Bekämpfung von Armut, Ungerechtigkeit und Ausbeutung sowie dem Aufhalten des Klimawandels eine bessere Welt zu erschaffen. Um einen bedeutenden Veränderungsprozess zu beschleunigen, sind ein transformativer Wandel und innovatives Denken in der kompletten globalen Lieferkette nötig. Multi-Stakeholder-Zusammenarbeit zu initiieren, Wissen rund um Nachhaltigkeit zu teilen und den gesamten Modesektor zu aktivieren, um die Modeindustrie auf internationalem Level nachhaltiger zu machen – an diesen entscheidenden Stellen lieferte der neue Frankfurt Fashion SDG Summit wertvolle Impulse.

Die Themen des Frankfurt Fashion SDG Summit orientierten sich an den Prioritäten, die UN-Generalsekretär António Guterres für 2021 angekündigt hat, um die SDGs bis 2030 zu erreichen. Keynotes, Interviews, Paneldiskussionen und Performances beleuchteten die globalen Problemfelder der Mode- und Textilindustrie und zeigten Lösungen für eine nachhaltige Zukunft auf: Sinnvoll wirtschaftend, im Einklang mit der Natur, verantwortungsvoll gegenüber den Menschen in einer globalisierten Welt – so kann eine neue Mode-Ära entstehen.

Modedesigner*innen gehen voran
„Als kreative Branche ist es jetzt, während wir uns von der Pandemie erholen, wichtiger denn je, dass wir achtsam und mit Blick auf die SDGs arbeiten – sowohl was Arbeitsbedingungen betrifft als auch Ressourcen“, sagt Maria Cornejo, Gründerin und Kreativdirektorin von Zero + Maria Cornejo. Als Frauenrechtlerin ist ihre Arbeit von der Idee geleitet, tragbaren Luxus für bewusst lebende Frauen zu schaffen. Ihr Unternehmen steht für charakteristische, nachhaltige Mode und lokal im New York City Garment District produzierte Kollektionen.
„Wenn es um nachhaltige Unternehmungen geht, müssen wir den Leuten die Chance geben, Neues zu probieren und dabei auch scheitern zu dürfen, um es dann wieder zu versuchen. Manchmal steht uns eine große Angst im Weg, keine perfekte nachhaltige Marke zu sein“, sagt Patrick Mc Dowell, Gründer von Patrick McDowell und Sustainability Design Director von Pinko. Der Londoner Designer beweist, dass es nicht nur die Aufgabe eines Modeschaffenden ist, schöne Kleidung zu entwerfen, sondern auch die Systeme, in denen sie sich befinden, neu zu gestalten.

Starke Appelle von Klimaaktivistinnen, Menschenrechtlerinnen und Wissenschaftlerinnen
„Die Klimakrise ist kein Szenario der Zukunft. Sie ist jetzt und hier. Wir können nur eine Veränderung erreichen, wenn die Nationen zusammenkommen, um global gegen diese Krise vorzugehen“, sagt Clara Mayer, Pressesprecherin von Fridays For Future, Deutschland. Und Nazma Akter pflichtet bei: „Wenn wir die Agenda 2030 wirklich erreichen wollen, müssen wir zu einer fairen und transparenten Arbeitsweise in der Mode- und Textilindustrie kommen. Das ist die große Herausforderung.“ Als ehemalige Kinderarbeiterin kämpft Nazma Akter (Gründerin der Awaj Foundation) seit über 30 Jahren für die Rechte von Arbeitnehmern, insbesondere von Frauen.

Einen wissenschaftlichen Blickwinkel auf die dramatische Lage in den Ozeanen, die zu großen Teilen auf die Modeindustrie zurückzuführen ist, brachte Prof. Dr. Boetius, Direktor am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, in die Konferenz ein: „Ozeane sind unser Lebenserhaltungssystem. Die Tiefsee mit durchschnittlich vier Kilometern Tiefe macht 60 Prozent der Erdoberfläche aus und sie besteht aus einer sehr vielfältigen Landschaft mit unzähligen, vielfach noch unerforschten Lebewesen. Die Ozeane nehmen 90 Prozent der Wärme aus der Atmosphäre und bis zu einem Drittel des emittierten CO2 auf. Doch dieses System ist immens gefährdet.“
Politik, Forschung, Industrie und NGOs: unterschiedliche Blickwinkel, eine Mission
Auf dem Podium der ersten digitalen Ausgabe des Frankfurt Fashion SDG Summit saßen internationale Vertreter*innen der Mode- und Textilindustrie, der Politik, der Forschung und Wissenschaft, von NGOs und United Nations Advocates (in chronologischer Reihenfolge der Redebeiträge): Tarek Al-Wazir (Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen), Lotta Tahtinen (United Nations Department of Economic and Social Affairs (DESA)), Botschafter Günter Sautter (Stellvertretung des Ständigen Vertreters Deutschlands bei den Vereinten Nationen), Florian Pronold (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit), Steven Kolb (Council of Fashion Designers of America (CFDA)), Detlef Braun (Messe Frankfurt), Christiane Arp (Fashion Council Germany), Claudio Marenzi (Pitti Uomo), Patrick McDowell (Patrick McDowell/PINKO), Elle L. (Elle E.), Claudia Rinke (NOW Documentary), Clara Mayer (Fridays for Future), Nazma Akter (Awaj Foundation), Rosemarie Heilig (City of Frankfurt am Main), Professor Dr. Martina Klärle (Frankfurt University of Applied Sciences), Melanie Nolte (Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt am Main), Sophia Kianni (United Nations Office of the Secretary-General’s Envoy on Youth), Caroline Rush (British Fashion Council), Kerry Bannigan (Conscious Fashion Campaign), Professor Dr. Antje Boetius (Alfred Wegener Institute, Helmholtz Centre for Polar and Marine Research), Runa Ray (Mojo Design Studios), Svein Rasmussen (Somwr & Starboard), Esther Pan Sloane (United Nations Capital Development Fund (UNCDF)), Lucilla Booyzen (South African Fashion Week), Yamê Reis (Rio Ethical Fashion), Kim Scholze (Sympatex), Niclas Svenningsen (United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC)), Caroline Ledl (Lenzing), Darshana Gajare (RISE Worldwide/Lakmé Fashion Week), Abrima Erwiah (Studio One Eighty Nine), Jakhya Rahman-Corey (Swarovski Foundation), Paloma Costa (UN Secretary-General Youth Advisory Group on Climate Change), Maria Cornejo (Zero + Maria Cornejo) and Annemarie Hou (United Nations Office for Partnerships (UNOP)).

SDGs: Zentrales Element der Frankfurt Fashion Week
Damit bildete der erste Frankfurt Fashion SDG Summit eines der Kernelemente der digitalen Frankfurt Fashion Week und konnte auch auf die anderen Formate der Frankfurt Fashion Week ausstrahlen. So ist ein deutliches Bewusstsein für die Dringlichkeit des Themas Nachhaltigkeit allgegenwärtig. Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen wurden für eine internationale Fashion- und Lifestyle-Community sichtbar und erlebbar gemacht, um den Wandel in der Branche spürbar voranzutreiben. Ab 2023 werden zudem die SDGs zur verbindlichen Teilnahmebedingung für alle ausstellenden Unternehmen der Messen Premium, Seek und Neonyt.

Die nächste Ausgabe des Frankfurt Fashion SDG Summits findet im Juli 2022 während der Frankfurt Fashion Week statt.

Impressionen und Video-Aufzeichnungen gibt es auf der Webseite:
http://www.sdgsummit.fashion
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