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futureTEX: Digitalisierung und Automatisierung in der Textilproduktion
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Andreas Böhm im Interview mit Diana Walther und Dr. Ina Meinelt von der P3N MARKETING GMBH

Das Sächsische Textilforschungsinstitut e.V. ist eine gemeinnützige Forschungseinrichtung in Chemnitz, die sich den langjährigen Traditionen sächsischer Textilforschung verpflichtet fühlt. In der verfahrens- bzw. erzeugnisbezogenen Forschungs- und Entwicklungsarbeit widerspiegeln sich sowohl klassische Textiltechnologien als auch innovative, unkonventionelle Lösungen für viele Anwendungsgebiete wie z. B. Bautextilien, Medizintextilien, Leichtbau, Automobilbau, Smart Textiles sowie die Themen der Digitalisierung und Industrie 4.0.

Die Arbeit des Instituts konzentriert sich in erster Linie auf die Themenfelder „Technische Textilien“ und „Vliesstoffe“. Ein angeschlossenes Transferzentrum unterstützt die Kommunikation, die Bereitstellung von Informationen sowie die Koordinierung der nationalen und internationalen Zusammenarbeit. Das Institut verfügt durch eine starke Industrieanbindung und die Mitarbeit in über 50 Gremien und Verbänden über ein leistungsfähiges Netzwerk.

Andreas Böhm ist seit 2015 am Sächsischen Textilforschungsinstitut e.V. (STFI) in der Struktureinheit 4.0 Intelligente Produktionssysteme/Modellierung und Prozessmanagement tätig. Dort verantwortet er die Demoproduktionslinie „Vernetzte Fertigung“ des futureTEX Forschungs- und Versuchsfeldes. Seine Forschungsschwerpunkte sind Low-Code Programmierung und Vernetzte Fertigung, Assistenzsysteme und Ortungs- und Identifikationstechnologien. In futureTEX ist er aktuell Verbundkoordinator von iTEXFer sowie SmarMoTEX-Teilvorhabenkoordinator seitens des STFIs.

Vier Fragen an Andreas Böhm, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sächsischen Textilforschungsinstitut e.V. (STFI) & Transferassistent vom 2020-Konsortium futureTEX

Welches Vorhaben koordinieren Sie und was ist für Sie im Vorhaben besonders spannend bzw. eine besondere Herausforderung?
Ich bin Verbundkoordinator von iTEXFer und SmarMoTEX-Teilvorhabenkoordinator seitens des STFIs. Weiterhin habe ich im Basisvorhaben Smart Factory mitgewirkt. In den aktuellen Vorhaben iTEXFer und SmarMoTEX ist für mich besonders spannend

• wie Automatisierung in Form von mobilen Robotersystemen und autonomen Wicklersystemen die Textilproduktion unterstützen kann,

• wie heterogene Systeme vertikal und horizontal vernetzt werden können und

• wie Low-Code-Programmiertools bei der Entwicklung von Assistenzsystemen bspw. für die Maschinenbedienung, Maschinenbelegung und für das Rezeptemanagement genutzt werden können.

Welche Ziele werden im Vorhaben verfolgt?
In den Vorhaben wird die Digitalisierung und Automatisierung in der Produktion verfolgt. Das Vorhaben iTEXFer hat das Ziel, Lösungen für das digitale Engineering, für Predictive Maintenance und die smarte mehrstufige Maschinenvernetzung und -kopplung zu entwickeln. Dabei werden an den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF), am Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen University (ITA) und am Sächsischen Textilforschungsinstitut e.V. (STFI) Chemnitz Demonstratoren für die Textiltechnologieentwicklung, für den Textilmaschinenbau und für die Textilfabrik entwickelt. Diese werden dann gemeinschaftlich im Rahmen des Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrums Textil vernetzt in Form von Labtouren, Workshop und Mikroprojekten in die Wirtschaft transferiert. Das Vorhaben SmarMoTEX hat das Ziel, durch den Einsatz smarter, modellgestützter Produktions- und Assistenzsysteme die Digitalisierung und Effizienzsteigerung in mehrstufigen Textilproduktionen mit dem Fokus Veredlung zu verbessern.

Wie koordinieren Sie das Vorhaben? Können Sie einen Tipp für die Kommunikation geben?
Die Vorhaben werden sehr unterschiedlich koordiniert. Wo bei iTEXFer die organisatorische Verantwortung auf den Teilprojekten in Denkendorf, Aachen und Chemnitz liegt, wird in SmarMoTEX die Koordination über die TU Chemnitz zentral durchgeführt. In SmarMoTEX findet die Projektbearbeitung wiederum auf Arbeitsgruppenebene statt, wobei die Arbeitsgruppenleiter in den monatlich stattfindenden Statusmeetings über den Fortschritt berichten. Die Organisation auf Arbeitsgruppenebene kann ich sehr empfehlen, dort wo es möglich ist. Durch die Pandemie fanden die Meetings in den Arbeitsgruppen größtenteils via Webmeeting statt, was die Arbeit zum einen erschwert, zum anderen aber auch erleichtert, da die Frequenz höher war als bei Vorort-Meetings.

Welche Ansätze gibt es zur Überführung der Ergebnisse in die Wirtschaft? Was wünschen Sie sich nach Beendigung des Vorhabens?
Die Ergebnisse aus den Vorhaben werden an den Standorten Denkendorf (DITF), Chemnitz (STFI, Fraunhofer IWU, Technische Universität Chemnitz), Aachen (ITA) und Leonberg (Brückner Trockentechnik GmbH & Co. KG) in den Technika in Form verschiedenster Veranstaltungen gezeigt. Die Forschungsinstitute in Denkendorf, Chemnitz und Aachen sind ebenso in den Mittelstand 4.0 Kompetenzzentren Textil vernetzt und Betrieb machen aktiv, was ein sehr gutes Podium bietet, um die Digitalisierungslösungen transferieren zu können.


Über das Forschungsprojekt futureTEX
Das Projekt futureTEX ist ein Gewinner im Programm „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Bis 2021 arbeiten wissenschaftliche Einrichtungen, Unternehmen und Verbände an der Entwicklung wesentlicher Bausteine eines Zukunftsmodells für Traditionsbranchen. Das Projektkonsortium futureTEX verfolgt das Ziel, die führende Position bei der Umsetzung der vierten industriellen Revolution im Textilmaschinenbau und in der Textilindustrie zu erringen und damit beispielhaft bis 2030 das modernste textilindustrielle Wertschöpfungsnetzwerk Europas aufzubauen. Mit der Entwicklung eines Zukunftsmodells werden die Forschungsschwerpunkte Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft, kundenintegrierte flexible Wertschöpfungsketten, textile Zukunftsprodukte, Wissens- und Innovationsmanagement sowie Arbeitsorganisation und Nachwuchssicherung gemeinschaftlich mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft bearbeitet. Das Konsortium umfasst aktuell über 300 involvierte Partner, darunter 70 Prozent aus der Industrie. Das Projekt futureTEX ist Preisträger im Wettbewerb „Ausgezeichneter Ort“ im Land der Ideen 2016.



Bild: STFI/Dirk Hanus
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