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Global Textile Scheme-Initiative: Hohe Effizienz durch GTS-Cat Technologie
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Aktuell kommen auf die textilen Wertschöpfungsketten schwer erfüllbare Anforderungen von der Gesetzgeber-Seite zu, z. B. durch das neue Lieferkettengesetz oder die in nächster Zeit anstehende Kreislaufwirtschaftsverordnung der EU-Kommission.

Auch wenn eine gesetzliche Forderung nach einer signifikanten Erhöhung der Recyclingquote von Textilen (aktuell ca. 1%) sicherlich sinnvoll ist, so erfordern alle damit verbundenen Themen ein end-to-end-Denken von der Baumwoll-Farm bis zum Konsumenten, harmonisierte Daten (als “gemeinsame Sprache“) und eine geeignete Technologie für das Holen von Daten als Grundlage für automatisierten Datenaustausch.

Jedes dieser Themen trifft schon für sich allein genommen die textilen Wertschöpfungsketten an einem sehr wunden Punkt. Vor diesem Hintergrund haben sich Firmen aus allen Bereichen textiler Wertschöpfungsketten in der Global Textile Scheme-Initiative zusammengeschlossen.

Das Ziel dieser Initiative ist es, über Unternehmensgrenzen hinweg die Effizienz beim Austausch von solchen Daten zu verbessern, die entweder besonders arbeitsintensiv sind oder hohen strategischen Wert haben.

Lag der Fokus der Initiative am Anfang sehr auf Effizienz und Einsparung manueller Tätigkeiten, so zeigt sich mehr und mehr, dass das Global Textile Scheme viele Ansätze mitbringt, die für nahezu alle gehypten CSR- und Nachhaltigkeitsthemen wichtig, ja oft sogar eine zwingende Voraussetzung sind, denn die Zeit nach Covid-19 wird preislich wenig Spielräume erlauben kritische Daten weiterhin manuell zu erzeugen.

Das der Initiative zugrunde liegende Global Textile Scheme besteht aus drei Elementen:

GTS Language – standardisierte textile Sprache

GTS Cat
– die technische Infrastruktur

GTS Data Model – die Datenkategorien, die ausgetauscht werden sollen


Neben der wichtigen Global Textile Scheme Language als kodierte Sammlung harmonisierter Daten und als Grundlage für Mehrsprachigkeit ist der so genannte GTS-Cat als cloudbasierte technische Infrastruktur das zweite Herzstück dieses völlig neuen Ansatzes, besonders manuelle/teure oder wichtige Daten auszutauschen.

Das Grundprinzip hinter der Global Textile Scheme Language und aber auch hinter GTS-Cat ist anders als z.B. beim Datenaustausch mit EDIFACT das “Holen“ von Daten, weil die Mitglieder davon überzeugt sind, dass die gesetzten Ziele nur so mit real-time-Funktionalitäten erreicht werden können.


Die Gruppe hat sich nach längerem Zögern entschlossen, auch eine eigene technische Infrastruktur zu entwickeln,

a) weil der Ansatz des „Holens von Daten“ nicht nur völlig neue technische Anforderungen stellt, für die es aktuell keine geeigneten technischen Lösungen gibt und

b), weil nur so gewährleistet werden kann, dass besonders kleine Unternehmen mit teilweise suboptimalen Ressourcen das Global Textile Scheme technisch nutzen können. So kann der Service zu angemessenen Preisen angeboten werden: Die Preisstruktur ist umsatzabhängig.

GTS-Cat wird seit September 2020 als Software as a Service von dem erfahrenen EDIFACT-Dienstleister Pranke GmbH in Karlsruhe entwickelt.

Die Mitglieder der Global Textile Scheme-Initiative haben sich für die ersten drei Jahre die folgenden fünf Bereiche vorgenommen, auf die in den ersten Schritten das GTS Data Model, also das zugrunde liegende Datenmodell, ausgerichtet wurde und konsequenterweise darauf aufbauend die technische Infrastruktur (GTS-Cat):

1. Für Lieferanten: Das maschinenlesbare Verfolgen der Bedarfsentwicklung der eigenen Produkte auf SKU- (Stock Keeping Unit) Ebene bei angeschlossenen Kunden.

2. Für Kunden: das Holen von Produkt Attribute- und Preisdaten – die Initiative arbeitet an “digitalen Produkt-Datenblättern“ für Produktionsmaterialien.

3. Für Kunden: Das Holen von ausgesuchten Dokumenten und Zertifikaten.

4. Für Kunden und Lieferanten: das Holen und damit die automatische Generierung von Daten, die zukünftig von Recycling Dienstleistern für das Recyceln textiler Produkte benötigt werden.

5. Für Kunden und Lieferanten: Unterstützung bei der Erstellung von Produktbeschreibungen, was heute zwar schon Softwaregestützt möglich ist, aber die Generierung der dafür notwendigen Daten ist sehr aufwändig, da es dafür kaum technische Unterstützung gibt.


Aktuell hat die Initiative 23 Mitglieder:

BETAFASHION GmbH
Chargeur Group PCC
Cortec GmbH
CK Creativ Knopf GmbH
Dedagroup (Stealth)
DIGEL AG
Freudenberg Performance Materials Apparel SE & Co. KG
FSE Franz Schäfer Etiketten GmbH
GermanFashion Modeverband Deutschland e.V.
Impuls AG
Intex Software GmbH
Knopf-Schäfer GmbH
Marc Cain GmbH
Novomind AG
Olymp Bezner KG
Peter Büdel GmbH
Pohl Softwear GmbH
SeDapta Concept GmbH
SMF GmbH
SML (Central Europe) GmbH
sys-pro GmbH
texdata software gmbh
ZXY International


Die Mitglieder engagieren sich in der Global Textile Scheme-Initiative, weil sie sich die folgenden Vorteile von der Nutzung des GTS-Ansatzes versprechen:

Vorteile allgemein:

- Reduzierung manueller Arbeiten bei Stammdaten

- Holen von Produktionsrelevanten Dokumenten

- Bessere Datenqualität

- Reduzierte Lieferzeiten

- Weniger Überproduktion >>> Nachhaltigkeit

- Leichtere Erfüllung gesetzlicher Auflagen

- Langfristig: mehr Transparenz in den Wertschöpfungsketten

Spezieller Vorteil für Lieferanten:

- Abholen von planungsrelevanten Bedarfsdaten auf Knopfdruck


Der erste große Meilenstein war das Schaffen einer Grundlage, um erste Use Cases konkret ausführen und operativ wie strategisch in Proof of Concept-Piloten verproben zu können.

Das Angebot richtet sich von der Faser bis zu Fertigprodukten mit einem bewussten end-to-end gewählten Ansatz an Unternehmen, die

a) durch kollaborative Ansätze effizientere Arbeitsformen finden wollen und

b) aktuelle CSR-, Nachhaltigkeits- und Circular Economy Ansätze wirklich einführen wollen, was beides ohne den strukturierten Austausch der notwendigen Daten über Sektor Grenzen hinweg nicht umzusetzen sein wird.

Damit soll das Global textile Scheme (GTS) ein wichtiges “Puzzlestück“ liefern, das von vielen innovativen Ansätzen unterschätzt bzw. heute noch oft ausgeblendet wird und obendrein erhebliches Potential bietet bei der Reduzierung manueller Arbeiten im Bereich des Austauschs von arbeitsintensiven Stamm- und Bewegungsdaten.

So richtet sich das Angebot der Global Textile Scheme-Initiative explizit an Unternehmen aus den folgenden Bereichen:

- Rohmaterialien (z.B. Wolle, Baumwolle, Kunstfasern)

- Produktionsmaterialien (z.B. Garn, Oberstoffe und Zutaten)

- Produktionsbetriebe aller textiler Sektoren

- Brands

- Händler B2B und B2C

- IT-Anbieter

- Branchenverbände, Nachhaltigkeits-NGOs und Standardisierungsorganisationen (als Meinungsbildner und Multiplikatoren)

Die Initiative steht aber ausdrücklich auch anderen interessierten Wirtschaftskreisen offen.

Der GTS-Ansatz sowie die Mitgliedsbeiträge sind bewusst so angelegt, dass sich auch kleine Unternehmen eine Nutzung der technischen Infrastruktur GTS-Cat leisten und diese auch mit einfachen Mitteln (z.B. Excel) technisch umsetzen können.

Der erste technische Meilenstein wurde im März 2021 wie geplant erreicht, denn die folgenden GTS-Cat Komponenten sind verfügbar:

- Die Registrierung ist möglich

- Die eindeutige Bezeichnung der Produkte auf Stock Keeping Unit Level mit unseren neuen GTS-Firmen-Id‘s als Ergänzung zu GLN und GTIN (beides von GS1) ist möglich.

- Die Anlage und Verwaltung der GTS Language ist möglich.

- Die Anlage einer Baum-Struktur zur Verbesserung des Handlings für Datenversender ist verfügbar und wird nun bei den betroffenen Produktklassen zeitnah umgesetzt werden.

- Die Filterfunktion für GTS Language-Nutzer ist fertig – damit Nutzer nur das an Global Textile Scheme Language-Daten holen, was sie wirklich benötigen.

- Der Download des gefilterten GTS Language-Katalogs in JSON ist möglich.

Erste konzeptionelle Piloten für Bedarfsdatenaustausch und den Austausch von produktbeschreibenden Attributen laufen aktuell zwischen:

1. der Peter Büdel GmbH und der Marc Cain GmbH

2. zwischen der Roy Robson Fashion GmbH & Co. KG und FSE Franz Schäfer Etiketten GmbH und der Freudenberg Performance Materials Apparel SE & Co. KG

3. und zwischen der Olymp Bezner KG und ZXY International, einem großen Vollgeschäftsdienstleister aus Dhaka, der für namhafte internationale Brands als Beschaffungsagentur und Produktionsressource arbeitet.

Als sehr effektiv hat sich die enge Zusammenarbeit der Global Textile Scheme-Initiative mit der Pranke GmbH erwiesen, die ihre langjährige Expertise im EDIFACT-Bereich in die Entwicklung des GTS-CAT hat einfließen lassen. Dieser hat schon nach kurzer Entwicklungszeit eine hohe Funktionalität erreicht.

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.globaltextilescheme.org.
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