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Innovative Effizienz- und Nachhaltigkeitsansätze mit Global Textile Scheme
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Die meisten Unternehmen in textilen Wertschöpfungsketten denken traditionell in Silos, wie z.B. Textilindustrie – Bekleidungsindustrie – Bekleidungshandel.

Im Ergebnis findet der Datenaustausch zwischen den Unternehmen mit hohem manuellem Aufwand statt, denn der gebräuchlichste Standard EDIFACT könnte zwar mehr, wird aber heute meistens nur mit 8 (von 49 möglichen) Nachrichtenarten verwendet, und das fast ausschließlich im Umfeld von Bestellprozessen.

Unser textiles Leben besteht aber nicht nur aus Bestellprozessen, und EDIFACT hat den großen Nachteil, dass der Empfänger immer warten muss, bis der Versender die Daten sendet. In „real-time Zeiten“ mit rasant steigenden Konsumentenbedürfnissen reicht das häufig nicht mehr aus.

Dass wesentliche, aktuelle Anforderungen von der Gesetzgeber-Seite (z. B. durch das neue Lieferkettengesetz oder die in nächster Zeit anstehende Kreislaufwirtschafts-Verordnung der EU-Kommission) ein deutliches (Um-)Denken in end-to-end-Prozessen erfordern, trifft die Beteiligten textiler Wertschöpfungsketten nun sehr plötzlich und an einem wunden Punkt.

Vor diesem Hintergrund haben sich Firmen aus allen Bereichen textiler Wertschöpfungsketten in der Global Textile Scheme-Initiative zusammengeschlossen.
Das Ziel dieser Initiative ist es, über Unternehmensgrenzen hinweg die Effizienz beim Austausch von solchen Daten zu verbessern, die entweder besonders arbeitsintensiv sind oder hohen strategischen Wert haben.

Im Ergebnis erwarten die Mitglieder geringere Kosten, bessere Datenqualität und flexiblere = schnellere Lieferketten.

Lag der Fokus der Initiative am Anfang sehr auf Effizienz und Einsparung manueller Tätigkeiten, so zeigt sich mehr und mehr, dass das Global Textile Scheme viele Ansätze mitbringt, die für nahezu alle gehypten CSR- und Nachhaltigkeitsthemen wichtig, ja oft sogar eine zwingende Voraussetzung sind, denn die Zeit nach Covid-19 wird bei den Margen wenig Spielräume erlauben, kritische Daten weiterhin manuell zu erzeugen.

Das Global Textile Scheme besteht aus 3 Elementen:
Neben der wichtigen Global Textile Scheme (GTS) Language als kodierte Sammlung harmonisierter Daten und als Grundlage für Mehrsprachigkeit, ist der so genannte GTS-Cat als cloudbasierte technische Infrastruktur das zweite Herzstück dieses völlig neuen Ansatzes, um besonders manuelle/Kostenintensive oder wichtige Daten auszutauschen.
Das Grundprinzip hinter der Global Textile Scheme Language, aber auch hinter GTS-Cat ist aus den vorgenannten Gründen das “Holen“ von Daten, weil die Mitglieder der Initiative davon überzeugt sind, dass die gesetzten Ziele nur so mit real-time-Funktionalitäten erreicht werden können.

Die Gruppe hat sich nach längerem Zögern entschlossen, mit GTS-Cat auch eine eigene technische Infrastruktur zu entwickeln,

a) weil der Ansatz des „Holens von Daten“ nicht nur neue technische Anforderungen stellt, für die es aktuell keine geeigneten technischen Lösungen gibt und

b), weil nur so gewährleistet werden kann, dass besonders kleine Unternehmen mit teilweise suboptimalen Ressourcen das Global Textile Scheme technisch nutzen können, weil der Service zu angemessenen Preisen angeboten werden kann: Die Preisstruktur ist umsatzabhängig.

GTS-Cat wird seit September 2020 als Software as a Service von dem erfahrenen EDIFACT-Dienstleister Pranke GmbH in Karlsruhe entwickelt.

Die Mitglieder der Global Textile Scheme-Initiative haben sich für die ersten drei Jahre die folgenden fünf Bereiche vorgenommen, auf die im ersten Schritt das zugrunde liegende Datenmodell (GTS Data Model) ausgerichtet wurde und konsequenterweise darauf aufbauend die technische Infrastruktur (GTS-Cat):

1. Für Lieferanten: Das maschinenlesbare Verfolgen der Bedarfsentwicklung der eigenen Produkte auf SKU- (Stock Keeping Unit) Ebene bei angeschlossenen Kunden.

2. Für Kunden: das Holen von Produktattribut- und Preisdaten – die Initiative arbeitet an “digitalen Produkt-Datenblättern“ für Produktionsmaterialien.

3. Für Kunden: Das Holen von ausgesuchten Dokumenten und Zertifikaten.

4. Für Kunden und Lieferanten: das Holen und damit die automatische Generierung von Daten, die zukünftig von Recycling-Dienstleistern für das Recyceln textiler Produkte benötigt werden.

5. Für Kunden und Lieferanten: Unterstützung bei der Erstellung von Produktbeschreibungen, was heute zwar schon Softwaregestützt möglich ist, aber die Generierung der dafür notwendigen Daten ist sehr aufwändig, da es dafür kaum technische Unterstützung gibt.

Aktuell hat die Initiative die folgenden 23 Mitglieder:

BETAFASHION GmbH
Chargeur Group PCC
Cortec GmbH
CK Creativ Knopf GmbH
Dedagroup (Stealth)
DIGEL AG
Freudenberg Performance Materials Apparel SE & Co. KG
FSE Franz Schäfer Etiketten GmbH
GermanFashion Modeverband Deutschland e.V.
Impuls AG
Intex Software GmbH
Knopf-Schäfer GmbH
Marc Cain GmbH
Novomind AG
Olymp Bezner KG
Peter Büdel GmbH
Pohl Softwear GmbH
SeDapta Concept GmbH
SMF GmbH
SML (Central Europe) GmbH
sys-pro GmbH
texdata software gmbh
ZXY International

Die Mitglieder engagieren sich in der Global Textile Scheme-Initiative, weil sie sich die folgenden Vorteile von der Nutzung des GTS-Ansatzes versprechen:

Vorteile allgemein:

- Reduzierung manueller Arbeiten bei Stammdaten

- Holen von Produktionsrelevanten Dokumenten

- Bessere Datenqualität

- Reduzierte Lieferzeiten

- Weniger Überproduktion > Nachhaltigkeit

- Leichtere Erfüllung gesetzlicher Auflagen

- Langfristig: mehr Transparenz in den Wertschöpfungsketten


Spezieller Vorteil für Lieferanten:

- Abholen von planungsrelevanten Bedarfsdaten auf Knopfdruck

Nach der Gründung im September 2020 wurde die Global Textile Scheme GmbH als strategischer und organisatorischer Systemkopf gegründet, die Entwicklung der technischen Infrastruktur GTS-Cat wurde begonnen und es wurden drei thematische Arbeitsgruppen gegründet, die sich ca. alle drei Wochen treffen und ihre Ergebnisse alle drei Monate dem großen Gremium aus allen Mitgliedern vorstellen.

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.globaltextilescheme.org.
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