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Techtextil 2019: Das waren die Highlights
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Die Techtextil 2019 überzeugte mit zufriedenen Ausstellern und gestiegener Internationalität. Noch stärker gefragt: Funktionale Bekleidungstextilien und Lösungen für den Leichtbau in der Mobilität.

Mit 1.501 Ausstellern aus 57 Ländern präsentierte die Techtextil, internationale Leitmesse für technische Textilien und Vliesstoffe vom 14. bis 17. Mai 2019 ein so umfangreiches Angebot an Hightech-Textilien wie noch nie. Mit einem Ausstellerwachstum um 1,6 Prozent (2017: 1.477 aus 55 Ländern[1]) bot die Fachmesse damit ihre bislang größte Ausgabe, die mit 42.500 Besuchern aus 105 Ländern inklusive Wechselbesuchern von der Texprocess bei einem Internationalitätsgrad von 63% zudem so international wie nie war.

„Vier Tage, ein volles Programm und eine beeindruckende Vielfalt an textilen Materialien für jeden Einsatzzweck. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie innovationsstark, kreativ und erfolgreich die Branche der technischen Textilien ist. Dass sie sich alle zwei Jahre in geballter Power in Frankfurt präsentiert, weiß auch die Welt und war diesmal noch internationaler vertreten“, so Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt.

Techtextil mit bislang internationalster Ausgabe
Mit einem Besucheranteil von rund 63 Prozent aus dem Ausland (2017: 61 Prozent) verzeichnete die Techtextil ihre bislang internationalste Ausgabe. Die führenden fünf Besucherländer waren nach Deutschland Italien, Frankreich, die Türkei, die Niederlande und Spanien.

Mit 421 Ausstellern aus Deutschland und 1.080 aus dem Ausland betrug der Internationalitätsgrad auf Ausstellerseite 72 Prozent. Die fünf am stärksten vertretenen Ausstellernationen waren nach Deutschland (421) Italien (134), China (113), Frankreich (103), Schweiz (63), Großbritannien (62). Neu dabei bzw. nach Abwesenheit zurück waren Brasilien, Sri Lanka, Nepal, die Vereinigten Arabischen Emirate, Marokko und Tunesien. Zudem waren 14 Länder mit nationalen Pavillons vertreten. Trotz eingetrübter Einschätzung der Branchenkonjunktur seitens der Aussteller stieg die Zufriedenheit mit der Erreichung der Messebeteiligungsziele um ein Prozent auf 89 Prozent.

Textile Ideen für das Leben in der Stadt der Zukunft
Das Themenareal „Urban Living – City of the Future“ inszenierte in Zusammenarbeit mit Creative #olland, der Vertretung für die Kreativwirtschaft in den Niederlanden, innovative Lösungen und visionäre Entwürfe für das urbane Leben in der Zukunft.

Die inhaltliche Kuratierung übernahm das Stijlinstitut Amsterdam. Die architektonische Gestaltung des Areals kam vom niederländischen Architekturbüro Refunc, das aus rund 2.000 miteinander verwobenen Konferenzstühlen eine vollständig abbaubare Struktur erstellte.

Das Upcycling-Unternehmen DenimX zeigte, wie Textilabfälle in Karosserieelemente für Motorräder umgewandelt werden können. Mit Colour Moves demonstrierte das Design- und Ingenieurbüro Rombout Frieling Lab anhand textiler Elemente, wie sich die Stadt der Zukunft den Bewegungen und Impulsen ihrer Bewohner anpasst. Die TU präsentierte die von ihnen entwickelte Kapsel für den Hyperloop, mit dem sie in dem von Elon Musk initiierten Wettbewerb „SpaceX Hyperloop Pod“ den Hauptpreis gewonnen haben. New Order of Fashion (NOoF), eine internationale Plattform für Modetalente, präsentierte in einer aufwendigen Installation und Ausstellung unter dem Motto „The Ones to Watch“ Modeentwürfe junger Talente, die sich auf Nachhaltigkeit in der Modebranche konzentrieren. Das Textilarchitekturbüro Samira Boon begeisterte mit textilen Rauminstallationen, die traditionelles japanisches Origami mit digitalen, parametrischen Webtechniken kombinieren.

Einige Installationen wagten einen bewusst überzeichneten Ausblick. Mit künstlich gezüchteten Fleischprodukten in Form von Eiscreme oder im Rahmen von Zukunftsberufen wie dem Organdesigner sowie einer künstlichen textilen Gebärmutter für Frühchen wurden Fragen nach den Grenzen des Möglichen und des ethisch Vertretbaren aufgeworfen. Das Areal regte dazu an, sich mit den Szenarien und Themen der Zukunft auseinanderzusetzen und Raum für nachhaltigen Erfindergeist sowie kollektive Initiativen zu lassen.

In einer Material Gallery präsentierten sich zudem Aussteller der Techtextil mit textilen Materialbeispielen.

Nachhaltigkeit ist wichtiges Branchenthema
Mit „Sustainability at Techtextil and Texprocess“ stellten beide Messen erstmals die Nachhaltigkeitsansätze ihrer Aussteller explizit auf die Agenda. Ein eigener Messeguide lotste Messebesucher zu den entsprechenden Ausstellern.

Erstmals erhielten auch zwei Preisträger den Techtextil Innovation Award 2019 in der Kategorie Nachhaltigkeit. Ausgezeichnet wurde die Arbeitsgemeinschaft aus Comfil (Dänemark), Chemosvit Fibrochem (Slowakei), das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT (Deutschland), die Technische Universität Dänemark und Centexbel (Belgien) für BIO4SELF für vollständig biobasierte, selbsttragende thermoplastische Composites auf Basis von PLA-Fasern. Die Composites können im Automobilbau, in der Sportindustrie und der Medizintechnik eingesetzt werden.

Der zweite Award in der Kategorie Nachhaltigkeit ging an PICASSO, ein Kooperationsprojekt portugiesischer Projektpartner zur Entwicklung eines Färbe- und Funktionalisierungsverfahren für Kleidung auf Basis von Pilz- und Pflanzenextrakten sowie Enzymen. Partner des Projekts sind das Centre for Nanotechnology and Smart Materials (CeNTI), das nachhaltige Textilunternehmen Tintex, der Gewürz- und Kräuterproduzent Ervital, das Biotechnologieunternehmen Bioinvitro Biotecnologia und das Textil-Technologiezentrum CITEVE.

Zunehmend gefragt: Textilien für Architektur und Bau
Einen Schwerpunkt der Techtextil bildeten auch Anbieter faserbasierter Materialien für Architektur und Bau, die mit ihrem Angebot vor allem Architekten und Bauingenieure ansprechen. “Wir haben auf der Techtextil mit unseren ATLAS-Membranen ein neues Produkt für textile Architektur eingeführt, das wir in den vergangenen Jahren intensiv entwickelt haben. Wir wurden am ersten Tag regelrecht gestürmt, vor allem von internationalem Publikum. Zu unserem ohnehin hohen Bestandskundenanteil kam im Laufe der Messe sehr viel neues Publikum hinzu“, sagt Dr. Günther Gradnig, Managing Director beim Techtexil-Aussteller Sattler PRO-TEX GmbH, Österreich. Unter den von den Ausstellern gezeigten Produkten war zudem eine Textilbetonfassade von Penn Textile Solutions, dem Stanecker Betonfertigteilwerk und dem Institut für Textiltechnik an der RWTH Aachen. Ettlin Smart Materials präsentierten ein leichtes und dünnes Architekturgewebe zur Abschattung, das zugleich wasserabweisend, luftdurchlässig, UV-beständig und transparent ist.
Bereits zum 15. Mal prämierte die Techtextil mit dem Wettbewerb „Textile Strukturen für neues Bauen“ innovative Denkansätze und herausragende Materiallösungen Studierender und Young Professionals. Der gemeinsam von dem internationalen Verband TensiNet als Sponsor und Techtextil ausgeschriebene Studentenwettbewerb prämierte insgesamt acht Beiträge. Eine der Auszeichnungen ging an Masa Zujovic, Isidora Kojovic und Nevena Jeremic von der University of Belgrade – Faculty of Architecture (Serbien) für den Entwurf „Voro-Membrane“, der Sonderthema der Techtextil 2019 „Urban Living – City of the Future“ aufgriff.

Leicht und klug: Technische Textilien für die Mobilität
Laut IVGT-Industrieverband „Veredlung – Garne – Gewebe – Technische Textilien“ stecken statistisch gesehen über 40 faserbasierte Einzelteile in jedem Auto. Dazu gehören Sitzbezüge, Dachhimmel und Sicherheitsgurte, ebenso wie Filter, Schläuche, Airbags, Instrumententafeln und Bauteile aus faserverstärktem Kunststoff. Das macht die Techtextil zur gefragten Plattform für Entwickler, Konstrukteure, Designer und Einkäufer von OEMs und Zulieferern.

Rund ein Drittel der Aussteller der Techtextil zeigten textile Lösungen für die Anwendung in der Mobilität. Erstmals wurde in Frankfurt eine gestickte induktive Ladespule vorgestellt, die die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) gemeinsam mit Daimler, BASF und Bosch entwickelt haben. Der Tübinger Textilzulieferer Rökona bringt mit seinen Neuentwicklungen textile Lichteffekte und Funktionen direkt in den Autoinnenraum. Die Roma-Strickstoff-Fabrik Rolf Mayer, die Stoffe für Seitenverkleidungen, Säulen oder Hutablagen für deutsche und europäische Autohersteller herstellt, präsentierte eine gestrickte Heizung für den Autoinnenraum.

Vielseitig: Textilien für den Einsatz in der Industrie
Rund die Hälfte der Aussteller der Techtextil hatten zudem Produkte für den Maschinenbau sowie für die Chemie- und Elektroindustrie im Sortiment, zusammengefasst unter dem Anwendungsbereich Indutech. Dazu zählen unter anderen smarte Textilien mit Licht- und Wärmeleitern, Sensoren und Aktoren in Form textiler Pads. Hier zeigt sich die enge Zusammenarbeit von Textilspezialisten und Elektronikingenieuren. So haben die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf und das in Wuppertal ansässige Unternehmen AMOHR gemeinsam ein teilautomatisiertes Verfahren entwickelt, das die Haftung elektronischer Bauteile auf elastischen Leiterstreifen gewährleistet.

Eine weitere Entwicklung aus dem Anwendungsbereich Indutech erhielt den Techtextil lnnovation Award 2019 in der Kategorie „New Technology“. Dass mit Prozessabwässern aus der Industrie wertvolle Edelmetalle weggespült werden, war dem Deutschen Textilforschungszentrum Nord-West Anlass, unter dem Slogan „Textile Mining“ neuartige Filtermedien zu entwickeln. Kommen die in Krefeld konzipierten textilen Adsorberfilter beispielsweise in der Galvanotechnik oder bei der Leiterplattenherstellung zum Einsatz, lassen sich auf kostengünstige Weise Wertmetalle abscheiden. So lässt sich heute schon im prototypischen Industrieeinsatz Palladium aus schwach konzentrierten Galvanik-Abwässern zurückholen: Pro Kilogramm Textilfilter bleibt Palladium im Wert von rund 1.000 Euro haften.

Stark: Funktionale Bekleidungsstoffe für Mode, Sport und Outdoor
Mit rund einem Drittel machen Anbieter funktionaler Bekleidungstextilien, smarter Textilien sowie Accessoires und Zubehör für Sport, Mode, Outdoorkleidung sowie Arbeits- und Schutzkleidung den größten Anteil der Aussteller auf der Techtextil aus. Darunter waren auf der Techtextil 2019 unter anderem Unternehmen Schoeller, Freudenberg, RUDOLF oder Lenzing.

Zusätzlich zu dem umfangreichen Angebot an funktionalen Textilien profitieren Besucher und Aussteller der Techtextil, ebenso wie der parallelen Texprocess, von zahlreichen Synergien der Techtextil beispielsweise zur Neonyt, dem globalen Hub für Mode, Nachhaltigkeit und Innovation der Messe zur Berlin Fashion Week (2. bis 4. Juli 2019).
„Wir verzeichnen auf der Techtextil eine deutlich steigende Nachfrage nach unseren alternativen Angeboten“, so Andreas Dorner, Verkaufsleiter für Europa und Amerika bei Lenzing, einem langjährigen Aussteller der Techtextil im Vorfeld der Messe.

Das Unternehmen produziert seit über 80 Jahren Cellulosefasern aus Holz und beliefert Marken wie Levi’s, Asos, Esprit oder H&M, wo die Fasern in Produktform als nachhaltige T-Shirts, Röcke und Hosen über die Ladentheke gehen. Die Fasern stecken beispielsweise in den Kollektionen der 2009 gegründeten Outdoormarke Bleed, die sich erneut auf der kommenden Neonyt präsentiert. Bleed weben wiederum auf Maschinen und Anlagen des Techtextil-Ausstellers Lindauer Dornier GmbH vom Bodensee. Der traditionsreiche Webmaschinenbauer präsentierte in Frankfurt unter dem Motto „The Green Machine“ neueste Lösungen zum (energie-)effizienten Weben auch von Bekleidung.

Attraktives Rahmenprogramm
Sehr gut angenommen wurde das Techtextil Forum, ein neues, offenes und für alle Fachbesucher kostenfrei zugängliches Expertenformat. An vier Messetagen standen hier Themen wie Nachhaltigkeit, Filtration, Smart Textiles, Composites, Textilien im städtischen Raum, Digitale Transformation und Arbeitswelten sowie Textilien für den medizinischen Einsatz im Fokus von Vorträgen und Diskussionsrunden. Auch die
Digital Textile Micro Factory der Techtextil und Texprocess, die mit einer „Technical Line“, einer „Fashion Line“ und einer „3D Knitting Line“ erstmals drei Produktionslinien bot, zog die Fachbesucher an. Die Micro Factory entstand erneut in Zusammenarbeit mit den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) sowie insgesamt 15 Partnern und Sponsoren.

Techtextil und Texprocess: Eine ideale Verbindung
Parallel zur Techtextil verzeichnete auch die Texprocess eine weiterhin positive Entwicklung. Mit 317 Ausstellern aus 34 Ländern zog die internationale Leitmesse für die Verarbeitung textiler und flexibler Materialien 1,6 Prozent mehr Aussteller nach Frankfurt als ihre Vorgängerausgabe (2017: 312 Aussteller aus 36 Ländern). Insgesamt besuchten 26.400 Besucher aus 96 Ländern inklusive Wechselbesucher von der Techtextil die Texprocess (2017: 25.100 Besucher aus 109 Nationen).

Beide Messen begrüßten 1.818 Aussteller aus 59 Ländern (2017: 1.789 aus 66 Ländern) und 47.000 Besucher aus 116 Ländern (2017: rund 47.500 Fachbesucher aus 116 Ländern).

Techtextil und Texprocess: Neuer Termin
Die nächste Techtextil und Texprocess finden vom 4. bis 7. Mai 2021 in Frankfurt am Main statt.

Fotos: Messe Frankfurt GmbH
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