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ifo Konjunktur: Das Jahr 2018
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Die Umsätze waren im vergangenen Jahr 2018 mit insgesamt -1,9 % rückläufig. Besonders betroffen war Bekleidung mit einem Umsatzrückgang von -4,4 %, während Textil das Jahr mit -0,4 % nur leicht negativ abschloss. Besonders die zweite Jahreshälfte war von Umsatzverlusten geprägt.

Die Beschäftigung in Deutschland sinkt zum Jahresende um -0,5 %. In Deutschland sind damit gut 118 000 Mitarbeiter in der Textil- und Modeindustrie beschäftigt, das sind ca. 1 000 weniger als im Vorjahr. Die Beschäftigung entwickelt sich als nachlaufender Indikator in den Teilbranchen tendenziell wie die Umsätze: Textil beschäftigt zwar noch immer +0,9 % mehr Menschen als im Vorjahr, bei Bekleidung sind es jedoch -3,5 % weniger.

Die Exporte entwickelten sich weiterhin positiv, besonders das Exportvolumen von Bekleidung stieg mit +8,7 %, Textil blieb mit einem Rückgang von -0,1 % Exportvolumen nahezu unverändert. Auch die Importe bewegten sich mit +0,1 % kaum. Der Bekleidungseinzelhandel konnte 2018 im Gegensatz zum Vorjahr 2017 nicht von der guten inländischen Konjunktur und der steigenden Konsumstimmung profitieren. Während der gesamte Einzelhandel seine Umsätze um +2,9 % steigern konnte, gingen die Umsätze im Bekleidungseinzelhandel um -1,6 % zurück. Dabei blieben auch die Preise im Bekleidungseinzelhandel mit einer Steigerung von nur +0,1 % nahezu unverändert, während die Preise des gesamten Einzelhandels um durchschnittlich +1,3 % zulegten.


Das Jahr 2018 im Einzelnen:

Umsatz
Das Jahr 2018 schließt mit einem Umsatzminus von -1,9 % gegenüber 2017 ab. Insbesondere Bekleidung hat mit einem kräftigen Umsatzminus die Erwartungen nicht erfüllt. Die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich im Jahresverlauf 2018 zusehends, so dass insgesamt das Bekleidungssegment um -4,4 % niedrigere Umsätze verzeichnete. Aber auch bei Textil schlug der immerhin leicht positive Jahresbeginn zunehmend um, so dass am Ende des Jahres ein Minus von -0,4 % gegenüber dem Vorjahr steht. Der positive Trend aus dem Vorjahr konnte in beiden Segmenten auch aufgrund nachteiliger Preisentwicklungen auf der Beschaffungs- und Absatzseite und unterproportionalem Konsumverhalten sowie erschwerten internationalen Rahmenbedingungen nicht gehalten werden.

Die Segmententwicklung
Das Textilsegment wurde im vergangenen Jahr durch die Umsatzschwäche bei den bisherigen Wachstumsfeldern Vliesstoffe und technische Textilien belastet. Zwar entwickelten sich andere große Teilsegmente wie Spinnerei und Konfektion durchaus positiv, konnten jedoch die Rückgänge bei den technischen Textilien und besonders bei den Vliesstoffen nicht kompensieren.

Das Bekleidungssegment war im vergangenen Jahr durch einen ausgeprägten Rückgang bei dem größten Teilsegment sonstige Oberbekleidung gekennzeichnet. Auch Wäsche musste empfindliche Rückgänge verkraften. Demgegenüber konnten die Bereiche Arbeits- und Berufsbekleidung sowie Strumpfwaren ihre positive Entwicklung des Vorjahres fortsetzen, wenn auch auf etwas niedrigerem Niveau. Dies gilt auch für die sonstige Kleidung Wirk/Strick, wobei die hohe Steigerung allerdings noch durch einen statistischen Sondereffekt aus dem Vorjahr verzerrt ist.

Teilt man die Umsatzentwicklung in Inlands- und Auslandseffekt auf, so wird deutlich, dass für die negative Umsatzentwicklung des Jahres 2018 im Wesentlichen der Inlandsabsatz verantwortlich war. Sowohl bei Textil als auch insgesamt war der Beitrag des Auslands zum Gesamtumsatz positiv; bei Bekleidung nur leicht negativ. Die noch immer hohen Beiträge des Euroraums unterstreichen die Bedeutung der EU allgemein und der Eurozone im Besonderen für die konjunkturelle Entwicklung der Branche.

Beschäftigung
Die positive Entwicklung der Beschäftigung in den vergangenen Jahren konnte aufgrund der konjunkturellen Rahmenbedingungen nicht fortgesetzt werden. Zum Jahresende 2018 verzeichnet Bekleidung ein Beschäftigungsminus von -3,5 % gegenüber dem Jahresende 2017. Bei Textil sind es hingegen +0,9 % mehr Beschäftigte. Insgesamt steht ein Minus von -0,5 % Beschäftigten zu Buche.

Die Lohn- und Gehaltssummen steigen insgesamt im Jahr 2018 zwar an (+1,3 %), jedoch sinken sie bei Bekleidung im Gesamtjahr recht deutlich um -1,7 %, während bei Textil +2,9 % mehr Löhne und Gehälter bezahlt wurden.

Bei einer im Vergleich zum Vorjahr nahezu unveränderten Anzahl von Arbeitstagen sinken die geleisteten Arbeitsstunden um -1,3 % (Textil +0,4 %, Bekleidung -4,9 %).

Die inländische Produktion sinkt im Jahr 2018 deutlich: bei Textil im Jahresverlauf um -3,7 %, bei Bekleidung um -4,4 %. Allerdings ist der Produktionsindex aufgrund seiner engen statistischen Definition gerade im Bekleidungssektor für in Deutschland ansässige und produzierende Unternehmen nur eingeschränkt aussagekräftig.

Preise
Die Erzeugerpreisindizes (Verkaufspreise Inlandsabsatz) für Textilien und Bekleidung bewegen sich seit Jahren kaum, im vergangenen Jahr stiegen sie um +0,9 % (Textil) bzw. um +0,7 % (Bekleidung). Demgegenüber stiegen die Preise für die wichtigsten Rohstoffe besonders im vergangenen Jahr 2018 auf breiter Front an.

Preisanstieg 2018

Verkaufspreise:
Textil 0,9 %
Bekleidung 0,7 %
Beschaffungspreise:
Farbstoffe 3,0 %
Kunststoffe, in Primärformen 3,4 %
Chemiefasern 3,2 %
Elekt.Strom 8,7 %

Einzelhandel
Umsatzveränderung 2018 insgesamt
gesamter Einzelhandel: +2,9 %
Bekleidungseinzelhandel: -1,6 %
Einzelhandel mit Textil, Bekleidung, Lederwaren: -2,1 %

Die Umsätze des textilen Einzelhandels sinken im Jahr 2018 deutlich und bleiben hinter der guten Entwicklung im gesamten Einzelhandel zurück: Während der gesamte Einzelhandel um +2,9 % zulegen konnte, gingen die Umsätze beim Bekleidungseinzelhandel um -1,6 % zurück. Unter Berücksichtigung von Schuhen und Lederwaren ging der Umsatz sogar um -2,1 % zurück. Lediglich der Online- und Versandhandel mit textilen Produkten legte um +2,5 % zu.

Die langfristige Entwicklung vom Onlinehandel zeigt, dass wesentliche Umsatzsteigerungen seit etlichen Jahren aus dem Online- und Versandgeschäft resultieren. Allerdings bleiben die Steigerungsraten bei Textil und Bekleidung hinter denen des gesamten Online- und Versandhandels zurück.

Außenhandel
Bei den Exporten kam es 2018 zu einer starken Ausweitung des Handelsvolumens von Bekleidung innerhalb der EU, was im Wesentlichen auf Erweiterungen und Verschiebungen bei den innergemeinschaftlichen Wertschöpfungsketten zurückgeführt werden kann. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang der überproportional starke und negative Effekt beim Handelsvolumen mit Großbritannien. In jedem Fall bleibt die EU – unabhängig von den finalen Zielländern der gehandelten Waren - der mit großem Abstand wichtigste Exportmarkt für deutsche Textil- und Bekleidungsunternehmen. Außerhalb der EU bleiben die USA wichtigster Exportpartner, während die Bedeutung Chinas als Zielland für deutsche Exporte weiter zunimmt.

Bei den Importen bleibt China bedeutendster Handelspartner, verliert beim Handel mit Deutschland jedoch weiter an Bedeutung. Demgegenüber steigt das Importvolumen aus Bangladesch weiter an. Insgesamt gewinnt Südostasien als Sourcing-Region weiter an Bedeutung. Besonders Myanmar, Kambodscha und Vietnam steigern ihr Handelsvolumen mit Deutschland, während die Importe aus der Türkei weiter abnehmen.

Kurzfristige Perspektiven
Betrachtet man die Auftragsbestände und die (nachfolgenden) Umsätze andererseits im Zusammenhang, so ergibt sich folgendes Bild: Textil hatte 2018 mit einer Umsatzstagnation zu kämpfen. Die Entwicklung der Auftragsbestände gibt jedoch Anlass zur Hoffnung, dass eine Bodenbildung erreicht ist und sich auch die Umsätze Anfang 2019 wieder erholen werden. Bei Bekleidung zeichnet sich aufgrund des Bildes von Auftragsbestand und Umsatz kurzfristig keine Erholung ab. Hier bleibt abzuwarten, inwieweit das negative Momentum des Jahresendes korrigiert werden kann. Sorgen bereiten die vergangenen Monate mit durchweg negativen Veränderungen des Auftragsbestandes.

ifo-Konjunkturklimaindex Februar 2017 – Februar 2018
Der ifo–Konjunkturklimaindex bestätigt die wesentlichen Befunde aus der Analyse von Auftragsbestand und Umsatzentwicklung. Während es für Textil durchaus Anlass zur Hoffnung auf eine kurzfristige Stabilisierung der Lage gibt, scheint sich bei Bekleidung der negative Trend zu verfestigen. Hinzu kommt die seit 2018 stetig sinkende Einschätzung der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes insgesamt, sodass auch für die Textil- und Bekleidungsindustrie nicht mit einer kurzfristigen und dauerhaften Erholung gerechnet werden kann.



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