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WIRTEX-Vizepräsident Detlef Kröpelin
Digitalisierung und Robotik in der textilen Dienstleistung
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Kunde, Kleidung und KI

Neue Informationstechnologien, Künstliche Intelligenz, Robotik, Digitalisierung und Vernetzung – künftig werden alle Wirtschaftszweige, inkl. der Dienstleistungsunternehmen, die sogenannte Industrie 4.0 umsetzen; die Symbiose von Mensch und Technik. Der tiefgreifende Strukturwandel stellt auch die Textil Service-Branche vor neue Herausforderungen und Chancen. Ein zukunftsweisendes Thema, dass Vertreter aus Dienstleistung, Wirtschaft und Politik auf dem größten europäischen Branchentreffen am 28./29. September 2018 in Berlin diskutierten.

Werden künftig Sprachassistenten den Kundenanruf entgegennehmen und selbstfahrende Servicefahrzeuge die Mietberufskleidung ausliefern? Vielleicht (noch) einen Schritt zu weit gedacht, aber die rasant fortschreitende Digitalisierung und Technologie verlangt nach der Auseinandersetzung mit solchen Zukunftsthemen, die bereits die Gegenwart beeinflussen.

WIRTEX sieht Integration von innovativen Technologien als Zukunft der textilen Dienstleistung
Als einer der führenden Verbände der textilen Servicebranche hatte der Wirtschaftsverband Textil Service e.V. (WIRTEX) zum Branchentreffen eingeladen und das Motto „Digitalisierung und Robotik“ als Leitthema gewählt. Im Zuge einer sich generell verändernden Dienstleistung sei auch der textile Mietservice mit seiner Kerndienstleistung Mietberufskleidung und -wäsche vor die Aufgabe gestellt, richtungsweisende Arbeitsprozesse weiter zu etablieren, um zum einen den wachsenden Anforderungen zu begegnen und zum anderen die Dienstleistung den sich verändernden Kundenansprüchen anzupassen. „Wir müssen auf branchenübergreifende Technologien setzen, von Forschungs- und Innovationspotential profitieren und die neuen Technologien auf die Textilbranche übertragen“, betonte WIRTEX-Vizepräsident Detlef Kröpelin. Im Kontext ergänzte Dr. Andreas Marek, WIRTEX-Geschäftsführer: „Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Robotik haben immer größeren Einfluss auf unser Leben und die Wirtschaft. Das betrifft sowohl die Textil Service-Branche als auch deren Zulieferer. WIRTEX ist sich dem bewusst und hat daher das Branchentreffen 2018 unter das Leitthema gewählt. Der Textil Service-Markt bietet vielfältige Möglichkeiten für die Digitalisierung und den Einsatz künstlicher Intelligenz. Wo andere nur über Breitband reden, sind wir bereits am Start.“

Qualitätskontrolle durch Digitalisierung und Anpassung des Arbeitsumfeldes
Als Partner in der Wäschereitechnik, zum Beispiel für den Bereich Sortier- und Verteilsystem, setzt das Unternehmen Herbert Kannegiesser auf systemübergreifende Technologien, die gesamtheitlich in der Wäscherei eingesetzt werden können. Dazu zählen innovative Sortier- und Verteilsysteme, Energie-Management-Systeme und einheitliche Steuerungslösungen. „Die Lieferketten werden künftig enger zusammenwachsen“, so das Fazit von Michael Harre von Kannegiesser. Individualität durch Vielfalt, Sicherheit durch hohe Qualität und Zuverlässigkeit durch Service sind die Grundpfeiler der textilen Dienstleistung. Technikbasierte Qualitätskontrollen und Dokumentationen sichern die hohen Standards. So dienen digitalisierte Zeit-, -Temperatur,- Chemikalien- und PH-Überwachungssysteme der Qualitätsüberwachung. Im Bereich Robotisierung von Schmutzwäsche ist die vollautomatische Sortierung der Schmutzwäsche ein weiterer Schritt. Sie verhindert Fehlsortierungen, kann Schmutzwäsche mit und ohne Chip unterscheiden und die Eingangszahl der Artikel automatisch den Artikeln zuordnen. Digitalisierte, tabletgesteuerte Betriebsüberwachungen, zum Beispiel der Waschvorgänge, sind heute Bestandteil des Prozesses. „Sehr einfache Tätigkeiten werden heute schon automatisiert. Das Erleben wir nicht nur in unserer Branche. Arbeitsplätze wandeln sich mit dem technischen Fortschritt. Dafür entstehen neue Arbeitsprozesse, die wiederum neue Arbeitsplätze schaffen“, erklärt Dr. Marek, WIRTEX.

Fortschritt durch Innovation – Wäschesortierung automatisiert
Ein Beispiel für innovative Technik zeigt in der aktuellen Kooperation das Unternehmen Jansen mit dem Inwatec, internationaler Entwickler und Produzent von Maschinen für industrielle Wäschereien. Die „Nische“ ist die Umsetzung von Automatisierungsprojekten. „Heute ist die Software wichtig“, sagt Mads Andresen von Inwatec. Das entwickelte System kann Fremdkörper wie Stifte oder Feuerzeuge Dank eines Röntgenscan in der Kleidung erkennen und diese dann aussortieren. „Auf diese Weise werden technische Geräte, wie zum Beispiel die Waschmaschine, nicht beschädigt“, so Andresen. Eine aktuelle australische Studie hat gezeigt, dass 80 Prozent der Tätigkeit eines Wäscherei-Mitarbeiters automatisiert werden können. „Wäschesortierung ist ein eher unattraktiver Beruf. Die Fehlerquellen sind gegeben. Es mangelt an Nachwuchs. Die Digitalisierung ist eine Lösung“, so Andresen. „Unser Ziel ist es, die Konstruktion und das Design unserer industriellen Maschinen so zu gestalten, dass eine Vereinfachung in der Handhabung, eine höhere Sicherheit am Arbeitsplatz und eine Produktivitätssteigerung in den Wäschereiunternehmen unserer Kunden versichert werden kann.“

Startups sorgen für Innovationen in der textilen Branche
Das junge Unternehmen Johnny Fresh hat sich als Textilreinigung in sechs deutschen Städten etabliert und bietet eine App-basierte Online-Reinigung an, die von der Wunschadresse abholt und dorthin zurück liefert. Das Motto des jungen und rasant wachsenden Unternehmens ist, dass Technologie die alte Industrie ersetzt. Der digitale Lieferservice mit Dashbord basiert auf vier konvergierenden Apps. Der personalisierte Wäschesack wird abgeholt; die gewaschenen Kleidungsstücke geliefert. Diese schlankeren Prozesse können auch die großen, etablierten und marktführenden textilen Mietdienstleister mit neuen Ideen beflügeln, auch wenn hier die Größenordnung der zu bewältigenden Logistik um ein vielfaches kleiner ist. Letztlich verändern sich Markt und Kunden – das ist die Überzeugung von WIRTEX.

Der digitale Kunde von morgen – Ansprüche und Anforderungen
Dass sich die Lebens-, Arbeits- und Kundenwelten durch KI, Robotik und Digitalisierung verändern, steht außer Frage. Sven Göth, Modul 7, berät Unternehmen und Institutionen mit dem Kernfokus auf Digitalisierung, Disruption und den sich verändernden Lebens- und Arbeitswelten. Auch die textile Dienstleistungsbranche muss sich die Frage stellen, wie der Kunde die Zukunft sieht? Welches Verständnis er von Dienstleistung hat und wie er verstanden werden will? Die reine Dienstleistung in der Branche steht im harten Wettbewerb. Allein über den Preiskampf werden künftig keine Entscheidungen mehr fallen, da dies langfristig auf den hohen, selbst auferlegten Qualitätsanspruch nicht halten kann. Entsprechend dient die Kundenanalyse dazu, innovative Dienstleistungswege zu finden.

Potential ist vorhanden: Starkes Wachstum und Nachwuchsbedarf in der Textil-Service Branche
Der weitere Ausbau und die Etablierung innovativer Techniken können gerade die textilen Mietdienstleister, die im Kern Berufskleidung vermieten, Arbeitsprozesse effektiver steuern und noch ressourcenoptimierter arbeiten, so die Aussage vom WIRTEX e.V. „Im Durchschnitt werden pro Tag rund 120.000 Kleidungsstücke in einem WIRTEX-Mitgliedsunternehmen gewaschen, aufgebügelt, kontrolliert und zur Auslieferung an den Kunden bereitgestellt“, erklärt Dr. Andreas Marek, Geschäftsführer des WIRTEX. „Heute werden 29 Prozent der Arbeitsstunden von Robotern erledigt; im Jahre 2025 werden es bereits 50 Prozent sein. Der Markt wächst; unsere Mitglieder schaffen neue Arbeitsplätze. Dafür brauchen wir den Wandel und müssen Mensch und Technik vernetzen.“

Die bundesweit größten und führenden Anbieter von Miettextilien wie Berufskleidung, Persönliche Schutzausrüstung, Wäsche für Hotels und Gastronomie etc. sind beim WIRTEX vereint und konnten allein im Jahr 2017 ihren Anteil am Gesamtmarkt deutlich um 4 Prozent auf 51,33 Prozent des Branchenumsatzes steigern. Für den Berufskleidungs-Sektor heißt das, dass rund 4 Millionen Menschen mit Berufskleidung im Leasing ausgestattet wurden. In den vergangenen vier Jahren (2015-2017) sind die Umsätze der deutschen Textil-Service Branche kontinuierlich gestiegen, zuletzt im Vorjahr um 3,2 Prozent auf rund 3,5 Milliarden Euro. „Digitalisierung und der Einsatz von Robotern ersetzen in unserer Branche keine Mitarbeiter, sondern fordern die Weiterentwicklung“, so Dr. Marek. Das belegt der Anstieg der Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter der WIRTEX-Mitglieder um 8,5 Prozent im Vorjahr auf 18.997 Angestellte (2016: 17.513).

Im Kontext der Nachwuchsförderung sehen sich daher die Unternehmen in einer personellen Verantwortung. 191 Auszubildende zählten die WIRTEX-Mitglieder im Jahr 2017 - Anlässlich des Branchentreffens wurden die neun Bestens ausgezeichnet. WIRTEX engagiert sich gerade für die textile Branche in Kooperation mit Gewerkschaften und weiteren Fachverbänden um die Neuausrichtung des Berufs „Textilreiniger“. „Wir brauchen qualifizierten Nachwuchs, auch im Zeitalter der Digitalisierung. Uns ist es wichtig zu vermitteln, dass unsere Mitgliederunternehmen zuverlässige und sichere Arbeitgeber sind“, sagt Dr. Marek. Daher wird WIRTEX auch eine Imagekampagne starten. Der Startschuss erfolgte am Branchentreffen mit der Präsentation eines Imagevideos. Das rund dreiminütige Video zeigt Auszubildende, langjährige Wäschereimitarbeiter und Servicefahrer bei ihrer täglichen Arbeit. „Deine Jobchancen im Textil Service - Starte jetzt Deine Zukunft“ lautet das Motto des Videos. Der professionell gestaltete Imagefilm soll nun unter anderem auf youtube und weiteren Internetseiten präsentiert werden.

Kompass auf digitale Zukunft – textile Unternehmen sehen sich gerüstet
Die Mitglieder des WIRTEX sehen sich gut aufgestellt für die Zukunft. Innovatives Denken, zukunftsorientierter Service als Puls der Zeit und das fachliche Know-how sind die beste Basis für weiteres Wachstum im Zeitalter von Digitalisierung und Robotik. Dabei sind die Unternehmen bereit, neue Wege zu gehen, nachhaltig in die Technik zu investieren, um so die hohen Qualitäts-und Service-Standards zu halten. „Als Interessenvertretung sieht der WIRTEX sich als Plattform für den fachlichen und interdisziplinären Austausch. Wir tragen dazu bei, dass der Standort Deutschland mit einer modernen Arbeits- und Sozialpolitik im Rahmen der Digitalisierung weiterhin international wettbewerbsfähig bleibt“, so das Fazit von Dr. Marek.


Bilder: WIRTEX e.V.
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